Der 27. Januar ist kein symbolischer Kalendereintrag.
Er ist ein Prüfstein.
Ein Prüfstein dafür, ob Erinnerung mehr ist als Ritual.
Ob Gedenken mehr ist als Pflichtprogramm.
Und ob Antisemitismus wirklich bekämpft werden soll – oder nur verwaltet.
Viel Betroffenheit, wenig Wahrheit
Am Holocaust-Gedenktag hörten wir überall dieselben Sätze.
In Reden. In Talkshows. In Nachrichten.
„Antisemitismus nimmt zu.“
That’s true.
Aber diese Aussage allein ist wertlos, wenn sie ohne Ursachen bleibt.
Was wir erlebt haben, war keine ernsthafte Auseinandersetzung.
Es war ein emotionales Dauerfeuer.
Ein moralisches Ritual, das beruhigen soll – nicht aufklären.
Antisemitismus fällt nicht vom Himmel
Antisemitismus ist nicht 1945 verschwunden.
Aber der Antisemitismus von heute ist nicht identisch mit dem von gestern.
Er entsteht nicht aus diffusen „gesellschaftlichen Spannungen“.
Er kommt nicht plötzlich aus der Mitte der deutschen Mehrheitsgesellschaft.
Und er ist auch nicht erklärbar durch eine pauschale Formel wie „Rechtsruck“.
Der heutige Antisemitismus ist konkret.
Er ist sichtbar.
Und er ist oft klar zuzuordnen.
Die große statistische Verschiebung
Wenn Juden in deutschen Großstädten beleidigt, angespuckt oder körperlich angegriffen werden, dann wissen Betroffene sehr genau, aus welchen Milieus diese Gewalt kommt.
Doch in der offiziellen Erfassung verschwindet diese Realität häufig.
Antisemitische Übergriffe werden pauschal als „rechte Straftaten“ eingeordnet – selbst dann, wenn ideologische oder religiöse Motive offensichtlich sind.
Das ist kein technisches Detail.
Es verändert die öffentliche Wahrnehmung.
Plötzlich entsteht der Eindruck, Antisemitismus sei vor allem ein Problem „der Deutschen“.
Und genau mit diesen Zahlen wird dann Politik gemacht.
Wer zahlt den Preis?
Nicht die Politiker.
Nicht die Redaktionen.
Sondern Juden.
Ältere Menschen bekommen Angst.
Jüdische Familien überlegen, wie sichtbar sie sein wollen.
Religiöse Symbole verschwinden unter Kleidung.
Nicht aus Angst vor Nachbarn.
Sondern aus Angst vor der Straße.
Das ist die Realität, über die am Gedenktag kaum gesprochen wird.
Erinnerung braucht Wahrheit
Erinnerung ohne Ehrlichkeit ist kein Schutz.
Sie ist ein Ritual zur Selbstentlastung.
Wer Antisemitismus wirklich bekämpfen will, muss bereit sein, unbequeme Fragen zu stellen:
- Wo entsteht Judenhass heute?
- Welche ideologischen Narrative tragen ihn?
- Und warum wird darüber so oft geschwiegen?
Antisemitismus lässt sich nicht bekämpfen, indem man ihn politisch sortiert oder statistisch entschärft.
Fazit: Moralisches Theater schützt niemanden
Gedenken ist wichtig.
Aber es darf nicht zur Ausrede werden, die Gegenwart nicht klar zu benennen.
Wer Antisemitismus ernst nimmt,
muss Täter benennen,
Ursachen analysieren
und den Mut haben, auch dort hinzusehen, wo es politisch unbequem ist.
Alles andere ist moralisches Theater.
Und moralisches Theater schützt niemanden.
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