Wenn der Name Programm ist: ZDF leugnet Einseitigkeit – und fordert mehr Geld

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verliert Vertrauen.
Nicht schleichend.
Sondern sichtbar.

Und genau in diesem Moment stellt sich der ZDF-Intendant hin und sagt:
All in order.

Keine Einseitigkeit.
Keine Verantwortung für politische Wirkung.
Aber bitte mehr Rundfunkbeitrag.

Das ist kein Kommunikationsfehler.
Das ist ein Offenbarungseid.

A ergänzendes Videostatement zu diesem Thema wurde gesondert veröffentlicht und dokumentiert die aktuellen Aussagen und deren Einordnung.

„Ich sehe keine Einseitigkeit“

Norbert Himmler erklärt, er könne „keine weiten Flächen“ erkennen, in denen das ZDF einseitig berichte.

Das ist eine bemerkenswerte Aussage –
angesichts jahrelanger Kritik aus der Mitte der Gesellschaft.

Nicht von „rechten Rändern“.
Nicht von „Medienhassern“.
Sondern von ganz normalen Zuschauern,
die immer wieder dasselbe Muster sehen:

Gleiche Frames.
Gleiche Experten.
Gleiche moralische Richtung.

Migration, Klima, Corona, Ukraine, Opposition –
die Bandbreite der Meinungen wird enger,
nicht weiter.

Das Problem ist nicht Haltung.
Das Problem ist Monotonie.

Keine Verantwortung für Wirkung?

Der vielleicht brisanteste Satz fällt beiläufig:
Wie Berichterstattung das Wahlverhalten beeinflusst,
sei nicht Aufgabe der Redaktionen.

Übersetzt heißt das:
Wir senden politische Deutung rund um die Uhr –
aber was das mit den Menschen macht, geht uns nichts an.

Das ist absurd.

Medien haben Macht.
Macht erzeugt Wirkung.
Und Wirkung erzeugt Verantwortung.

Wer diese Kette leugnet,
will Einfluss ohne Rechenschaft.

Interne Korrektive – unsichtbar, folgenlos

Himmler spricht von „verrutschten Formulierungen“,
die intern korrigiert würden.
Strenger als in jedem anderen Medium.

Nur:
Diese Korrekturen sieht niemand.
Diese Konsequenzen spürt niemand.

Journalisten, die grob danebenliegen,
werden geschützt.
Nicht überprüft.
Nicht öffentlich korrigiert.

Kritik daran gilt schnell als „pauschale Ablehnung“.
Oder schlimmer: als „Hass“.

Medienkompetenz von oben herab

Gleichzeitig fordert der ZDF-Intendant ein neues Schulfach für Medienkompetenz.
Eltern wüssten angeblich nicht mehr,
was ihre Kinder konsumieren.

Der Staat reguliere Plattformen zu wenig.
Ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige?
Könnte man ja mal überlegen.

Das ist paternalistisch.

Ausgerechnet ein Sender,
dem Millionen Menschen nicht mehr trauen,
will erklären,
was gute Mediennutzung ist.

Und dann: mehr Geld

Am Ende landet alles da, wo es immer landet:
beim Geld.

Der Rundfunkbeitrag müsse steigen.
Für Qualität.
Für Korrespondenten.
Für den Kampf gegen Fake News.

Doch Vertrauen lässt sich nicht abrechnen.
Und Glaubwürdigkeit nicht erzwingen.

Wer keine Verantwortung für Wirkung übernehmen will,
sollte keinen Anspruch auf Zwangsfinanzierung haben.

Conclusion

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steckt in einer Krise –
nicht wegen böser Kritik,
sondern wegen fehlender Selbstkritik.

Keine Einseitigkeit.
Keine Verantwortung.
Aber mehr Geld.

Wenn der Name Programm ist,
sollte man genauer hinschauen.

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Marla Svenja Liebich is the author and publisher of Marlas Army.
On Marla’s Army, she publishes analyses, commentary, and personal accounts on social and political developments in Germany.
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