Carnival Speech by the Chancellor – Energy Transition, Election Campaign, and the Grand Spectacle

Karnevalistisch gekleideter Redner im Leo-Glitzer-Outfit mit Hut und Brille auf einer festlich geschmückten Bühne mit Konfetti und Papierschlangen – Schlagzeile „Büttenrede des Kanzlers“

„Diese Energiewende bringt uns um.“

Dieser Satz fiel nicht in einer Oppositionsrunde.
Nicht bei einer Protestkundgebung.
Nicht in einem alternativen Medium.

Er fiel aus dem Mund des Bundeskanzlers.

Gesagt beim Politischen Aschermittwoch.
Mit Mikrofon.
Mit Publikum.
Mit voller politischer Verantwortung.

Und doch blieb es erstaunlich still.

Zu diesem Beitrag wurde ein ergänzendes Videostatement gesondert veröffentlicht, in dem die zentralen Passagen der Rede dokumentiert sind.


Der Kanzler im Wortlaut

Bevor wir bewerten, hören wir zu.

Hier der entscheidende Abschnitt der Rede:

„Wir werden weiter in der Energiepolitik hart arbeiten müssen. Katherina Reiche hat in diesen Tagen einen Vorschlag gemacht, beim weiteren Ausbau der Wind- und Sonnenenergie darauf zu achten, dass der Strom auch wirklich abgenommen wird. Fundamentale neue Erkenntnis: dass derjenige, der etwas produziert auch Abnehmer braucht. Ja meine Damen und Herren, das müsste doch eigentlich selbstverständlich sein, dass man diese Einspeisevergütung nur dann bezahlt, wenn tatsächlich der Strom, der produziert wird, auch einen Abnehmer findet. Das ist eine kleine Korrektur, in einem Energieversorgungssystem, das zu teuer geworden ist. Diese Energiewende, wenn wir sie jetzt nicht korrigieren, bringt uns um. Sie ist zu teuer geworden. Es ist der falsche Weg, man kann nicht nur alles mit Licht und Sonne und Wind machen. Natürlich geht viel. Aber es geht nicht alles. Wir brauchen grundlastfähige Stromerzeugung, deswegen bauen wir jetzt wieder neue Kraftwerke in Deutschland. Und das, was wir mit Wind und Sonne machen, muss auch akzeptiert werden in der Bevölkerung. Bei mir zu Hause, bei Ihnen in der Eifel, es gibt erheblichen Widerstand gegen den Ausbau der Windenergie, erheblichen Widerstand gegen das, was da tatsächlich stattfindet. Ich bekenne mich dazu, dass das notwendig und richtig ist. Aber es muss so gemacht werden, dass es wirtschaftlich vernünftig ist und dass es von der Bevölkerung akzeptiert wird, als einen Beitrag zur sicheren Energieversorgung unseres Landes. Das ist doch die Voraussetzung, die man gemeinsam erfüllen muss.“

Das sind keine verkürzten Zitate.
Das ist keine Interpretation.
Das ist der Wortlaut.

„Zu teuer geworden.“
„Falscher Weg.“
„Bringt uns um.“

Deutlicher kann man es kaum formulieren.


26 Jahre Energiewende – und jetzt?

Seit über zwei Jahrzehnten wird das deutsche Energiesystem politisch umgebaut.

Subventionen in dreistelliger Milliardenhöhe.
Einspeisegarantien.
Markteingriffe.
Stillgelegte Kraftwerke.
Explodierende Strompreise.

Und jetzt – im Wahlkampf – entdeckt der Kanzler plötzlich die Kostenfrage.

Nicht die Opposition.
Nicht ein Wirtschaftsforscher.
Nicht ein Blogger.

Der Kanzler.


Wer trägt Verantwortung?

Hier beginnt der entscheidende Punkt.

Friedrich Merz ist kein außenstehender Beobachter.
Er ist nicht zufällig hineingeraten.
Er ist Regierungschef.

Seine Partei war über Jahre an energiepolitischen Entscheidungen beteiligt.
Er selbst trägt politische Verantwortung.

Wenn das System „zu teuer geworden“ ist –
warum wurde es nicht längst korrigiert?

Wenn es „der falsche Weg“ ist –
warum läuft er weiter?

Warum kommt diese Erkenntnis ausgerechnet jetzt?


Wahlkampf-Rhetorik im Büttenformat

Die Bühne war karnevalistisch.
Der Ton locker.
Die Pointe scharf.

Doch hinter dem Satz steht kein Bruch.

Er spricht von „Korrektur“.
Von „kleinen Anpassungen“.
Von Akzeptanz.

Das ist kein Neustart.
Das ist kein Systemwechsel.
Das ist Rhetorik.

Merz stellt vieles dar –
nur nicht die Wahrscheinlichkeit, dass mit ihm tatsächlich eine grundlegende energiepolitische Wende kommt.

Das klingt nach Absetzbewegung von den Folgen.
Nicht nach Verantwortung für die Ursachen.


Die eigentliche Frage

Natürlich ist es bemerkenswert, wenn ein Kanzler sagt, die Energiewende sei zu teuer geworden.

Aber Worte verändern keine Realität.

Die entscheidende Frage lautet:

Wird sich strukturell etwas ändern?
Oder bleibt es bei wohlklingenden Distanzierungen?

Die Erfahrung der letzten Jahre spricht eine klare Sprache.

Politik korrigiert selten das, was sie selbst mit aufgebaut hat –
zumindest nicht mit denselben Akteuren.


Eine echte Wende braucht mehr als Worte

Eine Wende der Energiewende wird nicht entstehen durch:

  • rhetorische Feinjustierung
  • kleine Förderkorrekturen
  • neue Formulierungen

Sie braucht:

Neue Prioritäten.
Neue Mehrheiten.
Neue politische Kraft.

Wer ernsthaft glaubt, dass mit denselben Strukturen plötzlich ein radikaler Kurswechsel kommt, unterschätzt politische Beharrungskräfte.


Conclusion

Der Satz des Kanzlers war spektakulär.

Aber Spektakel ist noch keine Politik.

Solange keine klare Abkehr vom bisherigen Modell erfolgt, bleibt diese Rede das, was sie im Kern war:

Eine Büttenrede im Wahlkampf.

Wer eine echte energiepolitische Neuausrichtung will,
muss politisch anders entscheiden.

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Diskutiere ihn.
Und stelle dir eine einfache Frage:

Glaubst du wirklich, dass mit denselben Akteuren plötzlich alles anders wird?

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Marla Svenja Liebich is the author and publisher of Marlas Army.
On Marla’s Army, she publishes analyses, commentary, and personal accounts on social and political developments in Germany.
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