Podcast-Serie: ① Teil 1 · ② Teil 2 · ③ Teil 3 · ④ Teil 4 · ⑤ Teil 5 · ⑥ Teil 6
Der letzte Teil der MDR-Podcastreihe trägt den Titel „Es tut sich was“. Was zunächst nach einer echten Entwicklung, nach Bewegung oder Veränderung klingt, entpuppt sich im Podcast als narrative Schlussakkord-Inszenierung: Ein Fazit, das weniger aus neuen Erkenntnissen besteht als aus einer letzten Verdichtung des bereits Erzählten.
Wie schon in den vorangegangenen Teilen geht es am Ende nicht primär um juristische Klarheit, um belegte Tatsachen oder differenzierte Einschätzungen. Stattdessen wird auch hier wieder der Wahrnehmungseffekt genutzt:
Nicht der Rechtsstaat oder die Justiz stehen im Zentrum, sondern die Frage, wie etwas wirkt – wie ein Narrativ, das sich über mehrere Folgen aufgebaut hat, beim Publikum ankommt.
Bewegte Bilder statt bewegter Inhalte
Der Titel „Es tut sich was“ suggeriert Veränderung, Fortschritt, Aufarbeitung. Doch bei genauerem Hinhören bleibt offen:
Was genau tut sich – in juristischer, politischer oder gesellschaftlicher Hinsicht?
Welche konkreten Folgen haben Ermittlungen, Verfahren, Reaktionen oder Maßnahmen in der realen Welt?
Was der Podcast anbietet, sind Beobachtungen und Aussagen über Wahrnehmung: Behörden reagieren, Betroffene bleiben misstrauisch, Debatten werden geführt. Doch eine klare, belegte Entwicklung wird nicht präsentiert.
Von familiären Verwicklungen und Behördenaktivität
Der Podcast erwähnt im Verlauf der Folge, dass sich unterdessen auch Aspekte wie familiäre Zusammenhänge, Finanzfragen der betreffenden Firmen und Reaktionen mehrerer Behörden zeigen. Diese Aspekte werden jedoch eher aneinandergereiht als systematisch eingeordnet.
So entsteht bei Hörer:innen der Eindruck, es gebe nun ein vielschichtiges Bild von Problemen, Widersprüchen und Reaktionen –
ohne dass klar wird, wie all das rechtlich, sachlich oder faktisch zusammenhängt.
Fortlaufende Erzählungen statt klare Antworten
Wie schon in den vorherigen Folgen wird kein neuer Maßstab eingeführt, sondern ein bereits begonnener Erzählstrang fortgesetzt:
Die Darstellung richtet sich weniger an juristische Präzision als an das Gefühl von Unruhe, Ungerechtigkeit und Dauerproblem.
Dabei bleibt unklar:
- Wie weit gehen die Ermittlungen tatsächlich?
- Welche juristischen Hürden gibt es konkret?
- Welche offiziellen Entscheidungen wurden getroffen oder begründet?
Stattdessen bleibt die Wirkung im Vordergrund:
Ein Narrativ, das bereits etabliert wurde, wird zum Serienende nochmal zusammengeführt.
Systemkritik oder dramaturgische Verdichtung?
Es liegt nahe, den Titel als symbolische Geste zu interpretieren:
„Es tut sich was“ – im Kopf des Publikums.
Doch inhaltlich verweigert die Folge die präzise Bewertung:
Was ist Fakt, was ist Interpretation, was bleibt offen?
Die Grenze zwischen Information und Stimmungsmache verschwimmt.
Worum es in Teil 6 tatsächlich geht
Teil 6 ist kein Schlussstrich und keine Aufarbeitung, sondern eine erzählerische Verdichtung der vorangegangenen Teile.
Es ist weniger ein Dokument über real stattfindende Veränderungen und mehr ein Resümee des bereits Erzählten.
Am Ende steht nicht mehr die Frage, was juristisch ist oder was faktisch vorliegt, sondern wie ein Narrativ wirkt – und wie es das Vertrauen in den Rechtsstaat bei Hörer:innen beeinflussen kann.
Es bleibt einzig die Richterbeeinflussung, welche diese Serie zum Ziel hatte.
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