Heute ist der Tag 141 meines Exils.
Exil 141.
Neunzehnhunderteinundvierzig.
Dieses Jahr markiert den Moment, in dem aus regionalen Konflikten ein offen geführter Weltkrieg wird. Entscheidungen, die lange vorbereitet wurden, greifen nun ineinander. Politische Räume schließen sich, während militärische Logiken den Takt bestimmen.
Europa steht bereits im Zeichen eines totalisierten Krieges, doch seine Ursachen reichen weit zurück. Die ungelösten Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs, wirtschaftliche Verwerfungen, Machtansprüche und das Versagen internationaler Ordnungssysteme haben Spannungen aufgebaut. Diplomatie wurde verschoben, abgeschwächt oder bewusst ignoriert.
Im Pazifik verdichtet sich die Lage parallel. Expansion, Rohstoffabhängigkeiten und imperiale Strategien treffen aufeinander. Der Krieg wird global, weil Interessen global sind und weil frühere Eskalationen nicht begrenzt wurden.
Mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten verändert sich das Kräfteverhältnis grundlegend. Dieser Schritt ist kein plötzlicher Bruch, sondern das Ergebnis wachsender Bedrohungen, wirtschaftlicher Verflechtungen und politischer Abwägungen. Neutralität erweist sich als nicht mehr haltbar.
Neunzehnhunderteinundvierzig macht sichtbar, dass Kriege viele Väter haben. Sie entstehen aus Ketten von Entscheidungen, aus Machtkalkül, aus Unterlassungen und aus fehlender Bereitschaft zum Ausgleich. Geschichte verdichtet sich, wenn Alternativen nicht mehr verfolgt werden.
Exil 141.
Ein Jahr, in dem Vorgeschichten zu Gegenwart werden.
Exile Chronicle
All previous (from 130 – earlier entries are on X/Twitter) and ongoing entries of my Exile Chronicle are collected and documented here:
👉 https://marlas.army/exil-chronik/


Leave a Reply