Gasspeicher fast leer – und jetzt sollen wir hüpfen und klatschen

41 Prozent.

So voll sind die deutschen Gasspeicher aktuell.
Oder anders gesagt: so leer.

Und während draußen die Temperaturen fallen,
wird uns politisch erklärt,
wir müssten uns keine Sorgen machen.

Wir können ja „hüpfen und klatschen“.

Was wirklich passiert

Seit Tagen steigen die Entnahmen aus den Gasspeichern deutlich an.
Nicht ein bisschen.
Sondern massiv.

Gleichzeitig kommt kaum frisches Gas nach.
Was über Pipelines oder LNG-Terminals ins Netz fließt,
wird sofort verbraucht.

Es landet nicht im Speicher.
Es baut keinen Puffer auf.
Es verschafft keine Reserve.

Wir leben von der Substanz.
Und diese Substanz schrumpft täglich.

Die Mathematik ist gnadenlos

An guten Tagen werden ein paar Dutzend Gigawattstunden eingespeichert.
An kalten Tagen werden über 1.000 bis 2.000 Gigawattstunden entnommen.

Das ist kein Gleichgewicht.
Das ist ein Countdown.

Die Infrastruktur kann sich nur noch wenige richtig kalte Tage leisten,
ohne dass die Speicherstände gefährlich nahe an kritische Marken rutschen.

Und nein:
Gas entsteht nicht,
weil ein Minister Entwarnung gibt.

Preise steigen – Realität folgt

Der Gaspreis hat bereits reagiert.
Wochenlang dümpelte er bei rund 30 Euro pro Megawattstunde.
Dann der Sprung auf 40.

Das ist kein Ausreißer.
Das ist ein Signal.

Je leerer die Speicher,
desto nervöser der Markt.
Desto teurer jede zusätzliche Kilowattstunde.

Und wer zahlt am Ende?

Nicht die Politik.
Sondern Verbraucher und Industrie.

Industrie zuerst, Haushalte später

Im Ernstfall gilt die Priorisierung:
Haushalte vor Industrie.

Das klingt beruhigend –
ist es aber nicht.

Denn Produktionsstopps bedeuten:
Lieferketten reißen.
Arbeitsplätze wackeln.
Wertschöpfung wandert ab.

2022 haben viele Unternehmen bereits Notfallpläne geschrieben.
Heute sind neue Lieferwege da – ja.
Aber ohne langfristige Verträge
bleiben sie unsicher und teuer.

Staatliche Regeln, echte Marktverzerrung

Besonders brisant:
Die staatlich festgelegten Füllstandsvorgaben.

Was gut gemeint ist,
wirkt in der Praxis kontraproduktiv.

Sie verzerren Preissignale.
Sie schwächen Anreize zum rechtzeitigen Einspeichern.
Sie erzeugen eine trügerische Sicherheit.

Selbst die Speicherbetreiber sagen offen:
So wird Versorgungssicherheit nicht zuverlässig gewährleistet.

Und dann diese Debatte

Während Gas knapp wird,
diskutiert man ernsthaft über neue Gaskraftwerke.

Ein Energieträger,
der für Wärme, Industrie und Versorgungssicherheit gebraucht wird,
soll zusätzlich für Strom verbrannt werden.

Nicht, weil er im Überfluss vorhanden ist.
Sondern weil politische Entscheidungen im Stromsystem kaschiert werden müssen.

Das ist keine Strategie.
Das ist ein Offenbarungseid.

Fazit: Das Problem ist nicht der Winter

Der Winter ist vorhersehbar.
Kälte ist keine Überraschung.

Überraschend ist nur,
wie konsequent Realität durch Beschwichtigung ersetzt wird.

41 Prozent Speicherfüllstand sind kein Detail.
Sie sind eine Warnung.

Und wer darauf mit Durchhalteparolen reagiert,
sollte sich nicht wundern,
wenn irgendwann niemand mehr klatscht.

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Marla Svenja Liebich is the author and publisher of Marlas Army.
On Marla’s Army, she publishes analyses, commentary, and personal accounts on social and political developments in Germany.
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