Wenn Moral zur Geschäftsgrundlage wird
Plötzlich ist das Thema überall.
Deepfakes.
Digitale Gewalt.
Straflosigkeit.
Empörung.
Der Fall um Collien Fernandes dominiert die Schlagzeilen. Talkshows springen auf. Magazine bringen Titelgeschichten. Politiker kündigen Gesetze an.
Doch wer genau hinsieht, erkennt:
Das ist kein spontaner Sturm.
Das ist das Ergebnis jahrelanger Kampagnenarbeit.
Und mittendrin: HateAid.
Kampagne oder Zufall?
HateAid präsentiert sich als Schutzorganisation gegen digitale Gewalt.
Das klingt erst einmal ehrenwert.
Doch ein Blick ins Lobbyregister des Bundestages zeigt etwas anderes:
Die NGO betreibt intensive Einflussarbeit in Berlin – und das nicht erst seit gestern.
Bereits im Sommer 2024 verschickte HateAid einen Forderungskatalog an Ministerien und Fraktionen. Titel:
„Konsequent gegen digitale Gewalt – Für ein sicheres Internet“.
Darin forderte die Organisation unter anderem:
- Einen eigenen Straftatbestand für nicht einvernehmliche Deepfake-Pornografie
- Mehr staatliche Finanzierung für Beratungsstellen
- Langfristige Absicherung sogenannter Anlaufstellen für Betroffene
Und jetzt?
Genau diese Punkte tauchen in der aktuellen Empörungswelle wieder auf.
Wer profitiert?
HateAid betont regelmäßig, sie sei die einzige Organisation in Deutschland, die sich explizit um Betroffene digitaler Gewalt kümmere.
Gleichzeitig fordert sie eine „solide und nachhaltige Finanzierung“ solcher Strukturen.
Was bedeutet das konkret?
Mehr staatliche Mittel.
Mehr Zuständigkeit.
Mehr Einfluss.
Im Haushaltsjahr 2025 erhielt HateAid 600.000 Euro aus dem Etat des Bundesjustizministeriums – als Projektförderung zum Thema digitale Gewalt.
Das ist kein Vorwurf.
Das ist eine Tatsache.
Doch wenn eine Organisation Gesetze fordert, die exakt ihr eigenes Tätigkeitsfeld ausweiten – und damit ihre eigene Finanzierungsgrundlage stärken –, dann darf man zumindest fragen:
Wo endet Engagement?
Wo beginnt Eigeninteresse?
Die politische Achse
Parallel zur öffentlichen Debatte kündigt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig ein „digitales Gewaltschutzgesetz“ an.
Strafbarkeit für Deepfakes.
Leichtere Klagemöglichkeiten.
Erweiterte Tatbestände.
In Interviews macht sie klar: Das Gesetz soll kommen.
Gleichzeitig gab es Treffen zwischen Ministerium und HateAid zum Thema digitale Gewalt.
Und während Medienberichte emotionalisieren, werden politische Forderungen konkret.
Timing?
Zufall?
Oder abgestimmtes Zusammenspiel?
Es entsteht zumindest der Eindruck einer konzertierten Aktion.
Moral als Druckmittel
Das zentrale Narrativ lautet:
„Die Straflosigkeit männlicher Gewalt muss ein Ende haben.“
Wer da widerspricht, steht moralisch sofort im Abseits.
Das ist politisch klug.
Aber demokratisch problematisch.
Denn Gesetze dürfen nicht aus medialer Empörung geboren werden.
Und NGOs dürfen nicht zum verlängernden Arm ministerieller Gesetzesinitiativen werden.
Wenn Aktivismus, Medienkampagne und staatliche Finanzierung ineinandergreifen, entsteht ein Kreislauf:
- Problem öffentlich zuspitzen
- Politischen Handlungsdruck erzeugen
- Gesetz fordern
- Neue Fördermittel legitimieren
- Eigenes Tätigkeitsfeld ausbauen
Das ist kein Verschwörungsdenken.
Das ist politische Mechanik.
Deepfakes sind ein reales Problem
Ja, Deepfakes können Existenzen zerstören.
Ja, Persönlichkeitsrechte müssen geschützt werden.
Ja, digitale Gewalt ist real.
Aber:
Die Lösung darf nicht sein, unter emotionalem Druck immer neue Straftatbestände zu schaffen, deren Reichweite unklar ist.
Und sie darf erst recht nicht sein, staatlich finanzierte NGOs zu zentralen Akteuren in der Gesetzgebung werden zu lassen, von der sie selbst profitieren.
Demokratie braucht Distanz.
Nicht Verflechtung.
Der eigentliche Kern
Es geht hier nicht nur um Deepfakes.
Es geht um etwas Grundsätzlicheres:
Wer setzt politische Themen?
Wer formuliert Gesetze vor?
Und wer verdient am Ende an deren Umsetzung?
Wenn Organisationen mit Steuergeld gefördert werden und gleichzeitig Lobbyarbeit für Gesetze betreiben, die ihre eigene Existenzgrundlage stärken, dann braucht es Transparenz.
Und kritische Öffentlichkeit.
Nicht blinde Zustimmung.
Fazit: Wachsam bleiben
Empörung ist ein mächtiges Werkzeug.
Moral ist ein starkes Druckmittel.
Aber beides darf nicht zur Geschäftsstrategie werden.
Gesetze müssen dem Gemeinwohl dienen – nicht der Expansion einzelner Akteure.
Digitale Gewalt bekämpfen?
Ja.
Aber bitte ohne moralischen Kurzschluss.
Ohne politische Inszenierung.
Und ohne strukturelle Interessenkonflikte.
Transparenz ist kein Angriff.
Sie ist demokratische Pflicht.
Wenn wir das vergessen, verlieren wir mehr als nur die Debatte um Deepfakes.
In Marla We Trust.

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