„Viele Frauen sagen mir: Schafft das Ehegattensplitting ab, damit wir mehr arbeiten können.“
Das behauptet Bundesfinanzminister Lars Klingbeil im ZDF.
Eine steile These.
Und vor allem eine gefährliche.
Denn was hier als Gleichstellung verkauft wird, ist in Wahrheit nichts anderes als die Vorbereitung einer Steuererhöhung – getarnt als Frauenpolitik.
Worum geht es überhaupt?
Das Ehegattensplitting ist kein „Fraueninstrument“.
Es ist ein steuerliches Verfahren für verheiratete Paare.
Beide Einkommen werden zusammengerechnet, halbiert, versteuert – und danach wieder addiert.
Das Ziel:
Ehen sollen steuerlich gleichbehandelt werden – unabhängig davon, wer wie viel verdient.
Davon profitieren besonders Paare mit unterschiedlich hohen Einkommen.
Zum Beispiel, wenn einer Vollzeit arbeitet und der andere Teilzeit.
And yes:
In vielen Fällen ist das die Frau.
Aber das liegt nicht am Steuerrecht.
Sondern an individuellen Lebensentscheidungen.
Klingbeils Argument – und sein Denkfehler
Klingbeil sagt nun, er treffe „viele Frauen“, die mehr arbeiten würden, wenn das Ehegattensplitting wegfällt.
Das Argument dahinter:
Weil das gemeinsame Versteuern die steuerliche Belastung senkt, lohne sich für den Zweitverdiener – oft die Frau – zusätzliche Arbeit weniger.
Also müsse man das Splitting abschaffen, um „Anreize“ zu setzen.
Doch was bedeutet das konkret?
Wenn das Splitting wegfällt, steigt die Steuerlast für viele Ehepaare.
Um das bisherige Haushaltseinkommen zu halten, müsste dann mehr gearbeitet werden.
Das ist kein Freiheitsgewinn.
Das ist ökonomischer Druck.
Steuererhöhung als Gleichstellungspolitik?
Nennen wir es beim Namen:
Die Abschaffung des Ehegattensplittings wäre für viele Paare eine faktische Steuererhöhung.
Der Staat nimmt mehr.
Familien behalten weniger.
Und das wird dann verkauft als „Frauenförderung“.
Aber echte Gleichstellung bedeutet Wahlfreiheit.
Nicht:
Der Staat verteuert ein Lebensmodell, bis es sich kaum noch lohnt.
Wer Teilzeit arbeiten will, soll das dürfen.
Wer Vollzeit arbeiten will, ebenso.
Doch wenn Politik ein Modell gezielt benachteiligt, ist das keine Neutralität mehr.
Das ist Lenkung.
Besonders brisant: Nicht rückwirkend geplant
Noch ein entscheidender Punkt:
Nach bisherigen Überlegungen würde eine Abschaffung nicht für bestehende Ehen gelten – sondern nur für neue.
Das heißt:
Die Frauen, die laut Klingbeil angeblich jetzt mehr arbeiten wollen, hätten gar nichts davon.
Es träfe zukünftige Paare.
Nicht die heutigen.
Damit wird klar:
Hier geht es weniger um aktuelle Probleme – sondern um eine langfristige Umgestaltung des Steuer- und Familienmodells.
Das eigentliche Problem wird umgangen
Wenn Frauen sagen, sie wollen mehr arbeiten, nennen sie meist zwei konkrete Hürden:
- fehlende Kinderbetreuung
- hohe Belastung durch Care-Arbeit
Diese Probleme löst man nicht durch höhere Steuern.
Man löst sie durch Infrastruktur.
Durch flexible Betreuungsangebote.
Durch echte Entlastung.
Das Ehegattensplitting ist nicht die Ursache von Teilzeit.
Es ist eine steuerliche Anerkennung von Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft.
Die größere Frage
Was steckt wirklich dahinter?
In einer Zeit, in der der Staat immer mehr Geld braucht, sind große Steuervergünstigungen ein naheliegendes Ziel.
Und das Ehegattensplitting kostet Milliarden.
Die Versuchung ist groß, es ideologisch umzudeuten – um fiskalische Spielräume zu schaffen.
Aber wer Familie stärker besteuert, schwächt am Ende genau die Mitte der Gesellschaft.
Fazit: Freiheit statt Zwang
Die Entscheidung, wie viel jemand arbeitet, sollte in der Familie getroffen werden – nicht im Finanzministerium.
Wenn der Staat Arbeitsanreize nur noch durch steuerlichen Druck setzt, verliert er seine Neutralität.
Und wenn Gleichstellung bedeutet, dass man Menschen ökonomisch in Vollzeit drängt, dann ist das keine Freiheit.
Es ist Zwang durch Steuerpolitik.
Wer Ehe stärken will, darf sie nicht verteuern.
Wer Gleichstellung will, muss echte Wahlfreiheit verteidigen.
Und wer mehr Arbeit will, sollte Rahmenbedingungen verbessern – statt Familien stärker zu belasten.
Teile diesen Beitrag, wenn du findest, dass Steuerpolitik nicht zur Umerziehung werden darf.
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