Heute ist der Tag 136 meines Exils.
Exil 136.
Neunzehnhundertsechsunddreißig.
Ein Jahr, in dem sich vieles erstmals seit Langem wieder geordnet anfühlt.
Nach Jahren der Inflation, der Weltwirtschaftskrise und politischer Unsicherheit erlebt Deutschland eine Phase, die viele als Aufatmen empfinden.
Arbeitsprogramme zeigen Wirkung.
Großprojekte verändern Städte und Landschaften.
Straßen werden gebaut, Industrie wächst, Beschäftigung kehrt zurück.
Der Alltag wird planbarer.
Für viele Familien bedeutet das wieder Einkommen, wieder Perspektive, wieder Zukunft.
Auch außenpolitisch wirkt das Land selbstbewusster.
Schritte werden unternommen, die als Rückgewinnung von Handlungsfreiheit wahrgenommen werden.
Die internationale Ordnung reagiert zurückhaltend.
Viele Staaten hoffen, dass Stabilität wichtiger ist als Konfrontation.
Im Inneren prägen große Veranstaltungen, gemeinsame Rituale und sichtbare Organisation das öffentliche Leben.
Das erzeugt ein Gefühl von Zusammenhalt.
Von Struktur.
Von Richtung.
Viele Menschen erleben diese Zeit nicht als Bedrohung, sondern als Phase der Erholung.
Nach Jahren des Mangels wirkt Ordnung wie ein Geschenk.
Nach politischem Stillstand fühlt sich Bewegung wie Fortschritt an.
Natürlich verändert sich auch der politische Raum.
Vielfalt tritt in den Hintergrund, Einheit rückt in den Vordergrund.
Für viele bedeutet das weniger Streit und mehr Klarheit.
Für andere wirft es Fragen auf.
Doch im Alltag überwiegt bei vielen das Gefühl, dass Dinge wieder funktionieren.
Neunzehnhundertsechsunddreißig ist ein Jahr der sichtbaren Normalität.
Der Staat erscheint handlungsfähig.
Die Wirtschaft bewegt sich.
Die Gesellschaft fühlt sich weniger fragil an als zuvor.
Exil 136.
Wenn Ordnung wieder greifbar wird, entsteht Zuversicht.
Und Zuversicht verändert, wie Menschen ihre Gegenwart und ihre Zukunft sehen.
Exile Chronicle
All previous (from 130 – earlier entries are on X/Twitter) and ongoing entries of my Exile Chronicle are collected and documented here:
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