Exil143 – Marlas Zeitreise

Heute ist der Tag 143 meines Exils.
Exil 143.

Neunzehnhundertdreiundvierzig.

Das Jahr steht im Zeichen eines globalen Krieges, der längst alle Kontinente berührt. Die Fronten verhärten sich, doch zugleich zeigen sich erste strukturelle Verschiebungen. Entscheidungen aus den Jahren davor wirken nun mit voller Wucht und lassen kaum noch Spielraum für einfache Lösungen.

International verdichtet sich die Auseinandersetzung zwischen den großen Machtblöcken. Nach der Schlacht von Stalingrad verändert sich das strategische Gleichgewicht im Osten. In Nordafrika und im Pazifik treffen industrielle Kapazitäten, Nachschubwege und Bündnissysteme aufeinander und bestimmen den Verlauf der Kämpfe.

Diplomatie existiert weiter, aber sie ist zunehmend auf langfristige Ordnungsvorstellungen gerichtet. Auf Konferenzen wie in Casablanca formulieren die Alliierten Ziele, die über den militärischen Sieg hinausreichen. Zugleich zeigt sich, wie sehr Misstrauen, frühere Abkommen und ungelöste Konflikte die Zusammenarbeit belasten.

Der Krieg ist nicht das Ergebnis einer einzelnen Entscheidung oder eines isolierten Akteurs. Er entsteht aus Ketten von Interessen, Sicherheitsängsten und Machtpolitik, die sich über Jahrzehnte aufgebaut haben. Wirtschaftliche Zwänge, imperiale Traditionen und politische Fehleinschätzungen greifen ineinander.

Neunzehnhundertdreiundvierzig macht deutlich, dass Kriege viele Väter haben. Es ist ein Jahr, in dem das Ende erahnbar wird, ohne greifbar zu sein. Exil 143.

Exil 142

Exil 141

Exil 140


Exile Chronicle
All previous (from 130 – earlier entries are on X/Twitter) and ongoing entries of my Exile Chronicle are collected and documented here:
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Marla Svenja Liebich is the author and publisher of Marlas Army.
On Marla’s Army, she publishes analyses, commentary, and personal accounts on social and political developments in Germany.

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