Heute ist der Tag 149 meines Exils.
Exil 149.
Neunzehnhundertneunundvierzig
Das Jahr markiert eine endgültige Zäsur nach dem Zweiten Weltkrieg. Aus provisorischen Lösungen werden feste Ordnungen, aus Übergängen entstehen dauerhafte Strukturen. Die Welt tritt in eine Phase ein, in der Sicherheit, Ideologie und Macht neu definiert werden.
International verhärten sich die Fronten zwischen Ost und West. Mit der Gründung der NATO institutionalisiert sich ein Bündnissystem, das aus Angst vor erneuter Instabilität entsteht. Parallel dazu wachsen auf der anderen Seite Sicherheitsvorstellungen, die aus eigenen historischen Erfahrungen gespeist sind.
In Asien endet der chinesische Bürgerkrieg mit der Gründung der Volksrepublik China. Dieser Umbruch ist Ergebnis langer sozialer Konflikte, kolonialer Eingriffe und globaler Machtinteressen. Auch hier zeigt sich, dass politische Systeme nicht isoliert entstehen, sondern im Zusammenspiel internationaler Entwicklungen.
In Deutschland wird die Teilung formal vollzogen. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik entstehen zwei Staaten mit gegensätzlichen Ordnungsmodellen. Diese Spaltung ist keine einzelne Entscheidung, sondern das Resultat unvereinbarer Sicherheitsinteressen und politischer Vorstellungen der Siegermächte.
Neunzehnhundertneunundvierzig macht sichtbar, wie Nachkriegsfrieden aus Trennung entsteht. Die deutsche Teilung steht stellvertretend für eine Welt, die Stabilität durch Abgrenzung sucht und dabei langfristige Brüche in Kauf nimmt.
Exil 149.
So beginnt ein Frieden, der auf Dauer angelegt ist und doch von Spannungen lebt.
Exile Chronicle
All previous (from 130 – earlier entries are on X/Twitter) and ongoing entries of my Exile Chronicle are collected and documented here:
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