Die Kirche macht keine Parteipolitik.
Sagt sie.
Und ruft im gleichen Atemzug dazu auf, eine bestimmte Partei nicht zu wählen.
Willkommen in Mecklenburg-Vorpommern.
Ein Bischof im Alarmzustand
Wenige Monate vor der Landtagswahl liegt die AfD laut Umfragen bei rund einem Drittel der Stimmen. Für viele politische Akteure ist das ein Schock. Für den Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche offenbar auch.
Er warnt öffentlich vor einer Regierungsbeteiligung der AfD.
Er spricht von einer Gefahr für Demokratie und Kirche.
Und er kündigt an, man bereite sich juristisch darauf vor, falls eine neue Regierung staatliche Leistungen an die Kirche infrage stellt.
Das ist bemerkenswert.
Denn damit steht plötzlich nicht mehr nur eine Partei im Fokus – sondern die finanzielle Verflechtung von Staat und Kirche.
Worum es wirklich geht: Geld und Einfluss
Die Debatte dreht sich nicht nur um Werte.
Sie dreht sich um Strukturen.
Konkret geht es um zwei zentrale Punkte:
- Staatsleistungen an die Kirchen
- Einzug der Kirchensteuer durch staatliche Finanzämter
In AfD-Kreisen wird seit Längerem diskutiert, diese Privilegien zu beenden oder zumindest zu überprüfen. Die Argumentation: Der Staat müsse weltanschaulich neutral sein – und dürfe keine dauerhafte Sonderbehandlung gewähren.
Die Reaktion der Kirche?
Man müsse vorbereitet sein. Auch juristisch.
Das wirft eine einfache Frage auf:
Warum braucht eine Religionsgemeinschaft juristische Verteidigungsstrategien gegen eine demokratisch gewählte Regierung – wenn doch alles auf verfassungsfestem Fundament steht?
Parteipolitik – oder doch nicht?
Besonders brisant ist der Ton.
In einem Hirtenbrief heißt es sinngemäß, Positionen der AfD seien mit christlichen Werten unvereinbar. Gleichzeitig wird dazu aufgerufen, Kandidaten zu stärken, die für Menschenrechte und freiheitlich-demokratische Grundordnung stehen.
Das ist formal keine explizite Wahlempfehlung.
Aber politisch ist die Botschaft eindeutig.
Und dann folgt der Satz:
„Als Kirche machen wir keine Parteipolitik.“
Hier beginnt das Problem.
Wenn eine Kirche öffentlich vor einer bestimmten Partei warnt, deren Regierungsbeteiligung als Bedrohung darstellt und gleichzeitig juristische Gegenmaßnahmen ankündigt – dann ist das politisches Handeln.
Ob man das gut oder schlecht findet, ist eine andere Frage.
Aber es ist politisch.
Trennung von Staat und Kirche – nur Theorie?
Deutschland kennt keine strikte Trennung wie Frankreich.
Aber das Grundgesetz garantiert Religionsfreiheit – und staatliche Neutralität.
Diese Neutralität wirkt zunehmend asymmetrisch.
Denn während Politiker regelmäßig ermahnt werden, sich nicht in kirchliche Angelegenheiten einzumischen, scheint umgekehrt parteipolitische Positionierung aus kirchlichen Spitzenämtern immer selbstverständlicher zu werden.
Die entscheidende Frage lautet:
Ist es Aufgabe einer Kirche, Wahlempfehlungen auszusprechen – auch indirekt?
Oder sollte sie sich auf Seelsorge, Glaubensfragen und gesellschaftliche Orientierung beschränken, ohne parteipolitische Schlagseite?
Der Kernkonflikt
Am Ende geht es um Vertrauen.
Viele Bürger fragen sich längst:
Warum wird mein Kirchenbeitrag vom Staat eingezogen?
Warum erhält eine Religionsgemeinschaft staatliche Leistungen, die historisch begründet sind, aber politisch kaum noch diskutiert werden?
Und warum mischen sich Kirchenvertreter offen in parteipolitische Auseinandersetzungen ein – während sie finanzielle Sonderrechte behalten?
Wer die staatliche Finanzierung verteidigt, muss auch Kritik aushalten.
Wer politisch argumentiert, wird politisch bewertet.
Und wer juristische Schritte gegen eine mögliche demokratische Regierung ankündigt, darf sich nicht wundern, wenn Bürger das als Machtpolitik interpretieren.
Mein Standpunkt
Glaube braucht keine Steuer.
Religionsfreiheit bedeutet Schutz vor staatlicher Einmischung –
aber auch Schutz des Staates vor religiöser Einflussnahme.
Wenn Kirchen politisch kämpfen wollen, müssen sie sich wie politische Akteure behandeln lassen.
Und wenn sie Sonderrechte behalten wollen, müssen sie erklären, warum diese noch zeitgemäß sind.
Die Debatte ist überfällig.
Nicht, weil eine Partei gerade stark ist.
Sondern weil ein demokratischer Rechtsstaat klare Linien braucht.
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Staat und Kirche brauchen eine ehrliche, offene Neubewertung.
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