Es gibt Momente, da merkt man, dass sich etwas verschiebt.
Nicht laut.
Nicht mit Knall.
Aber spürbar.
Viele der alten Mechaniken im Netz greifen nicht mehr.
Das, was jahrelang funktioniert hat – Melden, Druck erzeugen, sperren lassen, moralisch delegitimieren – verliert an Wirkung.
Auf Twitter und Facebook konnte man damit lange Deutungshoheit herstellen.
Nicht durch Argumente, sondern durch Kontrolle der Räume.
Diese Phase ist vorbei.
Auf Threads, dem Text-Netzwerk von Meta, angebunden an Instagram, sieht man gerade sehr gut, was passiert, wenn diese Werkzeuge nicht mehr zuverlässig greifen.
Viele, die sich selbst für eine stabile Mehrheit halten, sind dort gelandet.
Nicht aus Begeisterung.
Sondern weil Alternativen wie Bluesky am Ende zu klein geblieben sind.
Unter sich zu sein klingt bequem.
Ist aber schnell langweilig.
Threads ist größer.
Offener.
Und genau deshalb entstehen dort gerade Reibungen.
Was auffällt:
Eine erstaunliche Nervosität gegenüber allem, was nicht ins eigene Weltbild passt.
Provokante Motive reichen oft schon aus, um reflexhafte Reaktionen auszulösen.
Nicht sachlich.
Nicht gelassen.
Sondern sofort.
Und genau darin liegt der Unterschied zu früher:
Solange man sich an Regeln hält,
nicht ausfällig wird,
keine Gesetze verletzt,
bleibt der Raum offen.
Man muss dort nichts „gewinnen“.
Man muss niemanden überzeugen.
Man muss keine Endlosdiskussionen führen.
Es reicht, sichtbar zu sein.
Ein Bild.
Ein Gedanke.
Ein Impuls.
Die Reichweite entsteht dann oft ganz von selbst –
durch jene, die eigentlich verhindern wollten, dass etwas Reichweite bekommt.
Wer neugierig ist, kann sich das einfach anschauen.
Beobachten.
Mitmachen.
Oder auch nur folgen und teilen.
Ohne Verbissenheit.
Ohne Dauerstreit.
Ohne sich zu verlieren.
Manchmal zeigt sich Macht nicht darin, wer am lautesten spricht –
sondern wer es aushält, dass andere überhaupt sprechen dürfen.
Wer sich das selbst ansehen möchte:
Ich bin auch auf Threads aktiv.
Dort erreicht mich das Instagram-Publikum mit Text, Bildern und Diskussionen.
Schaut vorbei, folgt gern – oder beobachtet einfach erst einmal.
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