Inszenierte Bürgernähe? Einordnung zur Social-Media-Kommunikation von Hendrik Wüst

In diesem Videostatement wird die öffentliche Diskussion um ein Social-Media-Video von Hendrik Wüst aufgegriffen. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Verhältnis politische Kommunikation, Inszenierung und Authentizität zueinander stehen – insbesondere im digitalen Raum.

Ausgangspunkt ist ein Videoformat, das den Eindruck einer spontanen Begegnung zwischen dem Ministerpräsidenten und einer Bürgerin vermittelte. Später wurde bekannt, dass das Treffen im Rahmen eines geplanten Social-Media-Formats organisiert war. Auch wenn einzelne Gesprächselemente nicht vollständig geskriptet gewesen sein mögen, stand der organisatorische Rahmen im Vorfeld fest.

Das Video analysiert diese Konstellation unter kommunikationspolitischen Gesichtspunkten. Es geht dabei nicht um persönliche Angriffe, sondern um eine grundsätzliche Betrachtung moderner politischer Öffentlichkeitsarbeit. Politische Akteure nutzen soziale Medien heute strategisch, um Reichweite, Nahbarkeit und direkte Ansprache zu erzeugen. Diese Praxis ist legitim und Teil zeitgemäßer Kommunikation.

Problematisch wird es jedoch dort, wo inszenierte Situationen als zufällige, ungeplante Begegnungen dargestellt werden. In solchen Fällen kann ein Spannungsverhältnis zwischen Darstellung und tatsächlichem Ablauf entstehen. Für das Vertrauen in politische Institutionen spielt die Wahrnehmung von Transparenz eine zentrale Rolle. Wird der Eindruck erzeugt, dass Authentizität bewusst konstruiert wurde, kann dies Zweifel an der Glaubwürdigkeit nach sich ziehen.

Das Videostatement ordnet diesen Vorgang daher in einen größeren Kontext ein: Welche Erwartungen dürfen Bürger an politische Kommunikation stellen? Wo verläuft die Grenze zwischen legitimer Inszenierung und irreführender Darstellung? Und welche Verantwortung tragen Medien bei der Bewertung solcher Fälle?

Ziel ist eine sachliche Dokumentation und Einordnung des Vorgangs im Rahmen demokratischer Kommunikationskultur.

Hier gelangen Sie zurück zur ausführlichen Analyse „Fake Bürgernähe: Wie Politik zur PR-Show verkommt“ von Marla Svenja Liebich.

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