Katzenalbum #06 – Vorlesen am Abend und Ruhe im Alltag

Dieses Videostatement ergänzt den Textbeitrag „Katzenalbum #06 – Fast halb 10. Vorlesen im Exil.“ und dokumentiert einen ruhigen Abschnitt am Ende eines langen Tages. Im Mittelpunkt steht kein äußeres Ereignis, sondern ein Übergang: vom Erledigen notwendiger Aufgaben hin zu einem Zustand bewusster Ruhe.

Der Tag ist abgeschlossen, die Versorgung der Tiere erledigt, organisatorische Anforderungen liegen hinter diesem Moment. Was bleibt, ist eine Form von Müdigkeit, die weniger körperlich als mental ist. Das Videostatement greift genau diesen Zustand auf und beschreibt ihn sachlich, ohne ihn zu dramatisieren oder zu verklären. Es geht um einen klar definierten Zeitpunkt, an dem keine weiteren Entscheidungen mehr getroffen werden müssen.

Das Vorlesen übernimmt dabei eine ordnende Funktion. Es ist kein kulturelles Statement und kein Rückzug aus der Realität, sondern eine einfache Tätigkeit mit strukturierender Wirkung. Das Buch steht nicht für seinen Inhalt, sondern für den Ablauf selbst: sitzen bleiben, lesen, nicht reagieren müssen. Diese Wiederholung schafft Verlässlichkeit.

Die Anwesenheit der Katzen wird im Video beobachtend beschrieben. Sie positionieren sich gezielt, nicht zufällig, und signalisieren damit Ruhe und Beständigkeit. Ihr Verhalten wird nicht interpretiert oder symbolisch aufgeladen, sondern als Teil des abendlichen Rituals festgehalten. Nähe entsteht hier nicht aus Bedürftigkeit, sondern aus Gewohnheit und Stabilität.

Auch die unterschiedlichen Eigenschaften der Tiere werden nüchtern eingeordnet. Alter, Verhalten und Reaktionen unterscheiden sich, ohne dass daraus Wertungen abgeleitet werden. Das Video bleibt bei der Beschreibung dessen, was sichtbar und hörbar ist: Bewegung, Stillstand, Geräusche. Diese Details tragen zur Atmosphäre bei, ohne selbst zum Thema gemacht zu werden.

Das Videostatement ordnet den Moment in den größeren Kontext des Alltags ein. Exil, Arbeit und äußere Anspannung werden nicht ausgeblendet, aber für diesen Abschnitt bewusst zurückgestellt. Der Abend ist kein Gegenentwurf zur Realität, sondern eine notwendige Pause innerhalb dieser Realität.

Abschließend hält das Video fest, dass solche Momente nicht außergewöhnlich sind, sondern notwendig. Sie markieren keinen Abschluss im großen Sinn, sondern lediglich das Ende eines Tages. Genau darin liegt ihre Bedeutung. Das Videostatement versteht sich als dokumentierende Ergänzung zum Text und bleibt dabei ruhig, sachlich und unaufgeregt.

Zum vollständigen Textbeitrag: Cat Album #06 – Almost 9:30. Reading Aloud in Exile.

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