Hallo, hier ist Marla Svenja Liebich, am Tag 130 meines Exils.
Exil 130.
Neunzehnhundertdreißig.
Ein Jahr, in dem die Krise politisch wird.
Die wirtschaftliche Erschütterung wirkt weiter.
Arbeitslosigkeit steigt.
Betriebe schließen.
Kommunen sind überfordert.
Der Alltag wird unsicher.
Der Staat spart.
Nicht aus Überzeugung,
sondern aus Zwang.
Haushalte werden gekürzt,
soziale Netze dünner.
Parlamente geraten unter Druck.
Mehrheiten zerfallen.
Regieren wird schwieriger.
Notverordnungen ersetzen Kompromisse.
Das Vertrauen in die etablierten Parteien sinkt.
Nicht aus Ablehnung der Demokratie,
sondern aus dem Gefühl,
dass sie keine Antworten mehr liefert.
Gleichzeitig gewinnen neue politische Angebote Aufmerksamkeit.
Nicht wegen ihrer Vergangenheit,
sondern wegen ihres Versprechens:
Handlungsfähigkeit,
Ordnung,
nationale Selbstbestimmung.
Diese Entwicklung ist kein deutscher Sonderweg.
Sie ist die politische Folge
einer globalen Wirtschaftskrise
und einer Nachkriegsordnung,
die wenig Spielraum ließ.
Neunzehnhundertdreißig ist kein Jahr der Radikalisierung.
Es ist das Jahr,
in dem Geduld endet
und Erwartungen sich verschieben.
Exil 130.
Wenn Systeme versagen,
verändert sich Politik.
Exil-Chronik
Alle bisherigen (ab 130 – die vorherigen sind auf X/Twitter) und fortlaufenden Einträge meiner Exil-Chronik sind hier gesammelt dokumentiert:
👉 https://marlas.army/exil-chronik/

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