Katzenalbum #06 – Fast halb 10. Vorlesen im Exil.

Es ist schon wieder fast halb 10.

Der Tag ist erledigt.
Die Tiere sind versorgt.
Und irgendwann kommt dieser Punkt, an dem man merkt:

Nicht der Körper ist müde.
Der Kopf ist müde.

Ich sitze im Zimmer, das Licht ist warm, und ich habe ein Buch in der Hand.
Kein großes Drama.
Kein „Welt retten“.
Einfach ein Buch.

Und dann passiert etwas, das mich jedes Mal beruhigt:

Adi und Minna setzen sich neben mich.

Nicht irgendwohin.
Nicht in irgendeine Ecke.
Sondern genau so, dass man sofort merkt:
Sie bleiben jetzt da.

Adi sitzt da wie ein alter Chef.
Er ist fast zwölf.
Keine Hektik.
Keine Eile.
Nur dieses ruhige Gewicht, das sagt:
„Jetzt ist Schluss mit draußen.“

Minna ist jünger. Drei Jahre.
Feiner. wacher.
Und trotzdem sitzt sie heute auffallend ruhig neben mir.

Fast befreit.

Sie schaut in das Buch, als würde sie mitlesen.
Nicht zufällig.
Nicht nur so halb.

Sondern wirklich interessiert, als wäre das Vorlesen auch für sie ein Ritual.

Und ich glaube, genau das ist es:

Adi und Minna mögen das, wenn ich ihnen vorlese.

Nicht weil sie den Inhalt verstehen müssen –
sondern weil sie verstehen, was das bedeutet:

Jetzt passiert nichts mehr.
Jetzt wird nicht mehr diskutiert.
Jetzt wird nicht mehr gekämpft.
Jetzt ist nur noch Wärme.

Und dann schnurren beide.

Adi tief und satt, wie ein Motor, der einfach weiterläuft.
So ein Schnurren, das nicht „süß“ ist –
sondern stabil.

Und Minna… Minna pfeift leicht beim Schnurren.

Sie macht das schon immer.

Dieses kleine Pfeifen ist eigentlich nur ein Geräusch.
Aber für mich ist es ein Zeichen:

Sie ist ruhig.
Sie ist sicher.
Sie vertraut.

Und nach einem anstrengenden Tag ist genau das manchmal mehr wert
als jede Nachricht,
jede Erklärung,
jede vermeintliche „Normalität“.

Im Exil ist vieles laut, auch wenn es still aussieht.

Aber fast halb 10 ist die Stunde, in der ich mir erlaube, nicht mehr stark zu sein.

Nur müde.
Nur da.

Ich lese weiter.
Adi schnurrt.
Minna pfeift leise dazu.

Und für ein paar Minuten klingt die Welt nicht nach Kampf –
sondern nach Zuhause.

Zu diesem Beitrag wurde ein separates Videostatement veröffentlicht, das den beschriebenen Abend und das Vorlesen als festen Bestandteil des Alltags dokumentarisch ergänzt.

Fortsetzung folgt.


Katzenalbum – Navigation

➡️ Teil 1: Kaviar-Kontrolle am Morgen
➡️ Teil 2: 21 Uhr, Eierlikör pur
➡️ Teil 3: 4:30 Uhr, Wildfutter & Mäuse sind unter Niveau 😼🖤
➡️ Teil 4: Und draußen -15 Grad
➡️ Teil 5: Die Weber – Das Leichentuch der BRD
➡️ Alle Katzenbilder & Geschichten
➡️ Teil 6: folgt


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