Das Babyfoto – Ende September 1970. Und es ist real.

Ich habe lange gezögert, dieses Foto öffentlich zu zeigen.
Nicht, weil ich mich schäme – sondern weil Familie für mich etwas ist, das man schützt.

Aber irgendwann ist Schluss mit dem Spiel, das manche Leute mit mir treiben.

Ein separates Videostatement mit dokumentierender Einordnung dieses frühen Familienfotos wurde gesondert veröffentlicht und ist hier abrufbar.

Denn seit Monaten hängen sich Menschen an Details auf, die sie entweder nicht verstehen – oder nicht verstehen wollen. Und irgendwann kommt der Punkt, an dem man nicht mehr diskutiert, sondern einfach zeigt, was ist.

Dies hier ist das nächste Familienfoto, über das ich sprechen muss.

Nicht, weil ich Lust auf „Privat-Content“ habe.
Sondern weil manche Leute inzwischen wirklich glauben, sie könnten meine Existenz wegargumentieren.

Doch: Das bin ich.
Und das ist meine Mutter.
Und das ist der ABV – der Abschnittsbevollmächtigte.

Ich bin am 19.09.1970 geboren – als Mädchen eingetragen

Ich bin am 19. September 1970 geboren worden.
Und ich war von Anfang an als Mädchen eingetragen – dafür gibt es eine Geburtsurkunde.

Das ist keine Meinung.
Das ist keine Internet-Debatte.
Das ist Dokumentenlage.

Zwei Tage nach der Geburt – im Park am Krankenhaus

Meine Mutter sagt, dieses Foto ist ungefähr zwei Tage nach meiner Geburt entstanden.

Sie war – so hat sie es mir später erzählt – eine Woche lang mit mir im Krankenhaus.
Und genau dort spielt diese Szene: im Park von diesem Krankenhaus.

Man sieht auf dem Bild nicht „Inszenierung“.
Man sieht DDR-Alltag.
Man sieht eine junge Mutter.
Und man sieht ein Baby, das gerade erst auf der Welt ist.

Kein Filter. Kein Konzept.
Ein echtes Foto aus einem echten Leben.

Gemacht von einer Krankenschwester – so erzählt es meine Mutter

Dieses Foto wurde nicht von „irgendeinem Fotografen“ gemacht.

Meine Mutter hat mir später erzählt, dass eine Krankenschwester dieses Foto gemacht hat. Einfach so. Weil man sich kannte. Weil man gesehen hat: Da sitzt eine Frau mit ihrem Baby, und das ist ein besonderer Moment.

So sind solche Bilder entstanden:
Nicht für Öffentlichkeit.
Nicht für Wirkung.
Sondern für ein Familienalbum.

Der ABV – und warum das Foto typisch DDR ist

Der Mann auf dem Foto ist der ABV.
In der DDR war das der Abschnittsbevollmächtigte.

Und wer die DDR kennt, weiß, was das bedeutete:

In einer kleinen Straße kannte jeder jeden.
Der ABV war nicht irgendeine abstrakte Figur „vom Staat“ irgendwo im Hintergrund – der war Teil des Alltags. Man begegnete sich, man sprach, man wusste voneinander.

Und auf diesem Foto sieht man genau das:
Der ABV steht bei meiner Mutter und erkundigt sich, wie es mir geht.

Nicht mehr. Nicht weniger.

Ein kurzer Moment, festgehalten in einem Bild – aber für mich heute ein wichtiger Beleg:
Das ist mein Leben.
Meine Geschichte.
Meine Familie.

Das Datum passt: Ende September 1970

Weil ich am 19.09.1970 geboren bin, ist klar:
Dieses Foto kann nicht „irgendwann später“ entstanden sein.

Man sieht ein Neugeborenes.
Man sieht eine Mutter kurz nach der Entbindung.
Und man sieht die Situation, die meine Mutter beschrieben hat.

Deshalb ist meine Einschätzung eindeutig:

📌 Dieses Foto ist in derselben Woche entstanden.
Also Ende September 1970 – maximal ganz früh im Oktober, aber sehr wahrscheinlich direkt in den ersten Tagen.

Warum ich das überhaupt öffentlich mache

Ich mache diesen Beitrag nicht, um Mitleid zu bekommen.
Ich mache ihn auch nicht, um mich „zu rechtfertigen“.

Ich mache ihn als Klarstellung.

Als Grenze.

Als Beleg.

Denn irgendwann muss man aufhören, so zu tun, als wäre es „normal“, Menschen permanent zu entmenschlichen, nur weil sie nicht in irgendeine Schublade passen, die andere im Kopf haben.

Es ist erstaunlich, wie viele Leute im Jahr 2026 immer noch glauben, sie könnten Identität an Äußerlichkeiten festmachen – und dabei völlig ignorieren, dass echte Biografie, echte Dokumente und echte Familiengeschichte existieren.

Dieses Foto ist nicht „ein Argument“.
Es ist ein Stück Realität.

Und diese Realität lässt sich nicht wegerzählen.

Das bin ich.
Bei meiner Mutter.
Kurz nach meiner Geburt.

Und ich werde mich nicht mehr dafür entschuldigen, dass ich existiere.



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Marla Svenja Liebich ist Autorin und Herausgeberin von Marlas Army.
Auf Marlas Army veröffentlicht sie Analysen, Kommentare und persönliche Berichte zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland.
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