Der Fall Künast – Alles begann mit einem Artikel

Ein WELT-Text von 2015 – und was daraus folgte

Diese Geschichte beginnt nicht mit einer Straftat.
Sie beginnt mit einem Zeitungsartikel.

Am 24. Mai 2015 veröffentlichte die Die Welt einen Beitrag zur erneuten Aufarbeitung der Pädophilendebatte bei den Grünen. Thema war ein historischer Zwischenruf aus dem Jahr 1986 und die politische Rolle von Renate Künast im damaligen Kontext.

Dieser Artikel ist bis heute öffentlich abrufbar.
Er war es 2015.
Und er ist es heute noch.

👉 Archivfassung: https://archive.is/0Dr20

Ein ergänzendes Videostatement zu diesem Themenkomplex wurde gesondert veröffentlicht und ordnet die juristischen Folgen der damaligen Veröffentlichung ein.


Was ich getan habe

Ich habe diesen Artikel geteilt und politisch interpretiert.
Daraus entstand ein Sharepic.

Dabei ist ein Punkt zentral:

Ich habe zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass der im Sharepic verwendete, zugespitzte Satz wörtlich so aus dem Mund von Renate Künast stammt.
Es handelte sich nicht um ein Zitat, sondern um eine Zusammenfassung und politische Zuspitzung dessen, was im Artikel beschrieben und historisch eingeordnet wurde.

Ich habe:

  • keine neue Tatsache erfunden
  • keinen falschen Sachverhalt behauptet
  • keinen wörtlichen Ausspruch zugeschrieben

Grundlage war ein existierender journalistischer Text.


Wofür ich verurteilt wurde

Die Verurteilung erfolgte nicht, weil das thematisierte Geschehen als inhaltlich falsch eingestuft wurde.
Der WELT-Artikel selbst blieb unangetastet.

Der entscheidende juristische Vorwurf lautete, das Sharepic habe den Eindruck eines wörtlichen Zitats erweckt.
Darin sah das Gericht den Tatbestand der üblen Nachrede.

Das bedeutet:
Nicht der Inhalt wurde sanktioniert,
sondern die Form der Darstellung.

Dieser Unterschied ist zentral.


Der Artikel blieb online

Bis heute gilt:

  • Der WELT-Artikel von 2015 ist öffentlich zugänglich
  • Er wurde nie verboten
  • Er wurde nie gerichtlich untersagt

Juristisch verfolgt wurden nicht Medium oder Autoren,
sondern ausschließlich Personen, die den Artikel teilten oder interpretierten.

Das ist der Kern dieses Falls.


Das Zivilurteil

In einem Zivilverfahren sprach ein Frankfurter Gericht Frau Künast:

  • 10.000 Euro Schmerzensgeld zu
  • verbunden mit einem vollstreckbaren Titel

Frau Künast erklärte öffentlich, sie wolle diese Summe an HateAid weiterreichen.

Diese Summe konnte ich nicht zahlen.


Exil

Nach weiteren Entwicklungen und Verfahren habe ich Deutschland verlassen
und lebe heute im Exil.

Auch das ist Teil der Geschichte dieses Falls.


Warum der Artikel gelesen werden sollte

Es geht mir nicht darum, dass jemand mir glaubt.
Es geht darum, dass Menschen selbst prüfen.

Deshalb ist entscheidend:

  • Lest den Originalartikel von 2015
  • Lest ihn vollständig
  • Macht euch euer eigenes Bild

Er ist archiviert.
Er ist belegbar.
Und er ist genau deshalb weiterhin online.

Je häufiger dieser Artikel gelesen und verbreitet wird,
desto schwieriger wird es, diese Geschichte zu verkürzen oder umzudeuten.


Fazit

Alles begann mit:

  • einem Text aus 1986
  • journalistisch aufgearbeitet 2015
  • geteilt und interpretiert von mir

Was folgte, war kein Streit über Wahrheit,
sondern ein Urteil über Darstellung.

Diese Unterscheidung ist entscheidend,
wenn wir über Meinungsfreiheit sprechen.

Marlas Army hält das fest.
Nicht als Kampagne.
Sondern als Dokumentation.

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Weiterführende Literatur zum Thema Meinungsfreiheit, Justiz und politischer Verfolgung

📘 Die furchtbaren Juristen – Ingo Müller
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📕 1984 – George Orwell
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📗 Rechtsstaat am Ende – Ralph Knispel
Analyse der Erosion rechtsstaatlicher Prinzipien unter politischem Druck – hochaktuell im Kontext meines Falls.
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📙 Meinungsfreiheit – Ronen Steinke
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Warum diese Bücher hier stehen

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👉 Wie Rechtsprechung politisch wird.
👉 Wie Auslegung zur Waffe wird.
👉 Warum Exil in einem formalen Rechtsstaat möglich ist.

Marla Svenja Liebich ist Autorin und Herausgeberin von Marlas Army.
Auf Marlas Army veröffentlicht sie Analysen, Kommentare und persönliche Berichte zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland.
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