Deutschlands Gasspeicher unter 30 % – Analyse der kritischen 20-Prozent-Schwelle

Der Füllstand der deutschen Gasspeicher lag Mitte Februar 2026 bei rund 25,6 Prozent. In der öffentlichen Debatte wird dieser Wert häufig als reine Mengenangabe interpretiert. Das begleitende Video ordnet die Situation technisch ein und erläutert, warum insbesondere die 20-Prozent-Marke aus physikalischer Sicht relevant ist.

Im Mittelpunkt steht die Funktionsweise von Porenspeichern, die einen erheblichen Teil der deutschen Speicherkapazität ausmachen. Anders als Kavernenspeicher enthalten sie das Gas nicht in Hohlräumen, sondern in porösem Gestein. Mit sinkendem Füllstand reduziert sich der Lagerstättendruck. Dieser Druck ist maßgeblich für die mögliche Entnahmeleistung, also für die Menge an Gas, die pro Zeiteinheit ins Netz eingespeist werden kann.

Das Video erklärt den Zusammenhang anhand des Darcy-Gesetzes, das den Durchfluss von Fluiden in porösen Medien beschreibt. Demnach hängt die Strömungsgeschwindigkeit vom Druckgefälle ab. Sinkt der Druck im Speicher, reduziert sich entsprechend die maximale Förderrate. Entscheidend ist daher nicht allein die verbleibende Gesamtmenge, sondern die technisch verfügbare Stunden- und Tagesleistung.

Zudem wird der Unterschied zwischen Poren- und Kavernenspeichern dargestellt. Während Kavernen kurzfristige Lastspitzen ausgleichen können, reagieren Porenspeicher träger auf hohe Entnahmeanforderungen. Bei niedrigen Füllständen kann es daher zu einer Situation kommen, in der rechnerisch noch Gas vorhanden ist, die maximale Abrufleistung jedoch deutlich eingeschränkt ist.

Ein weiterer Aspekt ist das sogenannte Kissengas, das dauerhaft im Speicher verbleiben muss, um einen Mindestdruck zu gewährleisten. Die veröffentlichten Füllstandsangaben beziehen sich in der Regel auf das Arbeitsgas und geben daher keinen vollständigen Aufschluss über die real verfügbare Drucksituation.

Das Video dient der technischen Einordnung dieser Zusammenhänge und ergänzt die ausführliche Analyse im begleitenden Artikel.

→ Zur vollständigen Textanalyse: Deutschlands Gasspeicher unter 30 %: Warum die 20-Prozent-Schwelle brandgefährlich ist

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