Heute ist der Tag 182 meines Exils.
Exil 182.
Neunzehnhundertzweiundachtzig.
In der Bundesrepublik endet die sozialliberale Koalition nach dreizehn Jahren. Ein konstruktives Misstrauensvotum bringt Helmut Kohl ins Kanzleramt, getragen von der Union und der FDP. Wirtschaftliche Stagnation, steigende Arbeitslosigkeit und die sicherheitspolitischen Spannungen des Kalten Krieges prägen die innenpolitische Lage.
In der DDR bleibt die Führung unter Erich Honecker fest im Amt, doch wirtschaftliche Schwächen werden deutlicher. Der Außenhandel mit dem Westen und neue Kredite gewinnen an Bedeutung. Zwischen staatlicher Stabilität und gesellschaftlicher Ermüdung entsteht ein leiser Druck, der noch nicht offen hervortritt, aber spürbar wächst.
International verschärft sich die Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Der NATO Doppelbeschluss rückt die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen näher und löst besonders in Westdeutschland breite Proteste aus. Gleichzeitig zeigt der Falklandkrieg zwischen Großbritannien und Argentinien, wie regionale Konflikte aus historischen Ansprüchen, Machtinteressen und Fehleinschätzungen eskalieren können.
Kriege haben viele Väter und entstehen aus komplexen Interessenlagen, nicht aus einer einzigen Entscheidung. Auch 1982 zeigt, wie Sicherheitsdenken, wirtschaftlicher Druck und Bündnistreue politische Wege bestimmen.
Exil 182.
Und Deutschland bleibt ein Land zwischen Fronten, noch getrennt, doch bereits in stiller Bewegung.
1982 bringt einen Machtwechsel im Westen und wirtschaftlichen Druck im Osten.
Der Kalte Krieg verschärft Spannungen in Europa und darüber hinaus.
Deutschland bleibt geteilt, aber nicht unbewegt.
Exil-Chronik
Alle bisherigen (ab 130 – die vorherigen sind auf X/Twitter) und fortlaufenden Einträge meiner Exil-Chronik sind hier gesammelt dokumentiert:
👉 https://marlas.army/exil-chronik/


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