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2 Milliarden für Funk – und keiner kann funken

Kommentar zur Bundeswehr-Digitalisierung: Milliardeninvestitionen in Digitalfunk ohne einsatzfähige Kommunikation

Wie die Bundeswehr im Digitalchaos versinkt

Zwei Milliarden Euro.

Nicht für einsatzfähige Drohnen.
Nicht für funktionierende Schutzsysteme.
Nicht für moderne Verteidigung.

Sondern für ein Funksystem, das bis heute nicht zuverlässig funktioniert.

Während in Berlin von „Kriegstüchtigkeit“ gesprochen wird, scheitert die Bundeswehr offenbar am elementarsten Werkzeug militärischer Organisation: Kommunikation.

Und das ist kein Detailproblem.
Das ist ein Offenbarungseid.


Milliardenprojekt ohne Wirkung

Seit Jahren arbeitet die Bundeswehr am Projekt „Digitalisierung Landbasierte Operationen“ (D-LBO).

Ziel: Soldaten, Fahrzeuge und Gefechtsstände digital vernetzen.
Modernes Gefechtsmanagement.
Echtzeitdaten.
Digitale Führung.

Klingt nach Zukunft.

Die Realität?
Bereits rund zwei Milliarden Euro wurden ausgegeben – und selbst die Basisversion des Funksystems soll nicht einmal für den regulären Übungsbetrieb freigegeben sein.

Das heißt im Klartext:

Man hat Milliarden investiert –
und kann nicht einmal störungsfrei sprechen.


Wenn Funk zur Gefahr wird

Interne Berichte zeichnen ein düsteres Bild.

• Übertragungen zu leise oder gar nicht hörbar
• Reichweiten unzureichend
• Daten- und Sprechfunk nur eingeschränkt parallel nutzbar
• Feindkennung instabil
• Verzögerte Übertragungszeiten
• Umständliche Bedienung

Besonders brisant:
Die Einbindung von Kampfpanzern wie dem Leopard 2 soll problematisch sein.

Wenn selbst Panzer im Ernstfall nicht zuverlässig kommunizieren können, sprechen wir nicht über „Optimierungsbedarf“.

Wir sprechen über ein Sicherheitsrisiko.

Und das in einer Zeit, in der politische Entscheidungsträger öffentlich über Aufrüstung, Abschreckung und Einsatzfähigkeit diskutieren.


Das strukturelle Problem

Der Wehrbeauftragte Henning Otte hat die Strukturen der Bundeswehr als „in großen Teilen nicht effektiv“ bezeichnet.

Das Funk-Desaster wirkt wie ein Lehrbeispiel dafür.

Hier geht es nicht nur um Technik.
Es geht um:

• Beschaffungschaos
• Projektmanagement ohne Kontrolle
• Verantwortlichkeiten, die im Nebel verschwinden
• politische Ankündigungen ohne operative Umsetzung

Deutschland gibt inzwischen gewaltige Summen für Verteidigung aus.
Das Sondervermögen war erst der Anfang.

Doch Geld allein ersetzt keine Kompetenz.

Wenn Milliarden fließen, aber Ergebnisse ausbleiben, liegt das Problem tiefer.


Mehr Geld als Lösung?

Statt einen klaren Schnitt zu machen, wird weiter investiert.

Für einen sogenannten „Mischbetrieb“ sollen zusätzliche Geräte beschafft werden.
Softwareprobleme sollen nachgebessert werden.
Zeitpläne werden verschoben.

Bis 2027 sollte eigentlich eine Heeresdivision vollständig digitalisiert sein.

Inzwischen gilt selbst dieses Ziel als unsicher.

In der Truppe rechnet man offenbar damit, dass sich die Einführung bis weit ins nächste Jahrzehnt ziehen könnte.

Und das bei einem Gesamtprojektvolumen, das langfristig über 20 Milliarden Euro erreichen soll.


Die große Diskrepanz

Auf der politischen Bühne hört man:

„Zeitenwende.“
„Verteidigungsfähigkeit.“
„Einsatzbereitschaft.“

In der Praxis sieht man:

Funkgeräte, die nicht zuverlässig funktionieren.

Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit war selten so sichtbar.

Wenn die Bundeswehr nicht einmal störungsfreie Kommunikation sicherstellen kann, stellt sich eine grundlegende Frage:

Wie belastbar ist das gesamte Modernisierungsversprechen?


Es geht um mehr als Funk

Man kann dieses Thema belächeln.

„Nur Technikprobleme.“
„Komplexe Systeme brauchen Zeit.“

Aber Kommunikation ist das Nervensystem jeder Armee.

Wenn das Nervensystem nicht funktioniert, funktioniert nichts.

Hier geht es nicht um parteipolitische Spielchen.
Es geht um Steuergeld.
Es geht um Sicherheit.
Es geht um Glaubwürdigkeit.

Und es geht um die Frage, ob Deutschland strukturell überhaupt noch in der Lage ist, Großprojekte effizient umzusetzen.


Fazit: Vertrauen verspielt

Zwei Milliarden Euro sind kein Schönheitsfehler.
Sie sind ein politisches Signal.

Wenn Milliarden verbrannt werden, ohne dass am Ende Einsatzfähigkeit steht, dann verliert nicht nur ein Projekt an Glaubwürdigkeit.

Dann verliert der Staat Vertrauen.

Die Bundeswehr braucht funktionierende Strukturen – nicht PR-Rhetorik.
Sie braucht klare Verantwortlichkeiten – nicht Dauerprovisorien.
Und sie braucht Ergebnisse – nicht immer neue Ankündigungen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Wer übernimmt Verantwortung?

Und wann hört das politische Schönreden endlich auf?


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Marla Svenja Liebich ist Autorin und Herausgeberin von Marlas Army.
Auf Marlas Army veröffentlicht sie Analysen, Kommentare und persönliche Berichte zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland.
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