Wenn eine Therme härter durchgreifen muss als der Staat
Eine Therme.
Ein Ort der Entspannung. Ein Ort für Familien, Paare, ältere Menschen, für Freundinnen, die einfach mal ihre Ruhe wollen. Warmes Wasser, Ruhebereich, Sauna, abschalten.
Und jetzt stell dir vor, ausgerechnet so ein Ort muss plötzlich Sicherheitsregeln einführen, die klingen wie aus einer Problemzone am Wochenende.
Genau das passiert in Brandenburg, in Werder:
Die Havel-Therme verschärft ihre Einlassregeln – mit strengeren Kontrollen, einer Anmeldepflicht für größere Gruppen und einer geschlechterbezogenen Begrenzung.
Der Hintergrund: wiederholte Vorfälle mit teils alkoholisierten Männergruppen, dazu Belästigungen, Gewalt und sogar Messerstechereien.
Und nein: Das ist nicht „ein bisschen streng“.
Das ist ein Alarmzustand – in einer Badeanstalt.
Was hier eigentlich passiert
Man muss es einmal laut aussprechen:
Wir leben in einem Land, in dem sich normale Menschen nicht mehr darauf verlassen können, dass der Staat Grundregeln des öffentlichen Lebens durchsetzt.
Es ist nicht die Therme, die übertreibt.
Es ist nicht der Betreiber, der „diskriminiert“.
Es ist nicht das Personal, das „zu hart“ ist.
Es ist eine Gesellschaft, die sich an Zustände gewöhnt, die niemals normal sein dürften.
Wenn eine Badeanstalt Einlassregeln für Männergruppen verschärfen muss, dann ist das kein Lifestyle-Thema.
Dann ist das ein politischer Offenbarungseid.
Der wahre Skandal: Das ist keine Ausnahme mehr
Wir kennen diese Schlagzeilen inzwischen alle:
- Freibäder, die Sicherheitsdienste engagieren müssen
- Veranstaltungen, die „Awareness-Teams“ brauchen
- Bahnhöfe, an denen Frauen sich nachts nicht mehr allein fühlen
- Parks, in denen man besser nicht alleine joggen geht
Und jetzt eben: Thermen.
Jeder einzelne Vorfall wird gerne als „Einzelfall“ wegmoderiert.
Doch die Wahrheit ist:
Wenn Einzelfälle so häufig werden, dass Betreiber ihr Konzept ändern, dann sind es keine Einzelfälle mehr. Dann ist es System.
Und das System lautet:
Der Staat verliert Kontrolle – und die Bürger zahlen den Preis.
Was bedeutet „geschlechterbezogene Begrenzung“ in der Praxis?
Ganz einfach:
Man versucht, das Risiko zu senken, dass Gruppen auftreten, die sich nicht benehmen können.
Und ja – das betrifft in solchen Fällen fast immer Männergruppen.
Das ist unangenehm, darüber zu reden.
Aber es ist noch unangenehmer, in einer Therme belästigt zu werden.
Oder neben einer Schlägerei zu stehen.
Oder sich zu fragen, ob jemand ein Messer dabei hat.
Wir sind mittlerweile so weit, dass Betreiber nicht mehr mit „Bitte benehmt euch“ arbeiten, sondern mit Zugangskontrolle.
Weil man es offenbar anders nicht mehr in den Griff bekommt.
„Aber nicht alle Männer!“
Dieser Reflex kommt immer sofort.
Und natürlich stimmt er.
Die meisten Männer gehen normal in eine Therme:
Sie wollen entspannen, saunieren, schwimmen, ihre Ruhe.
Aber das Argument geht an der Realität vorbei.
Denn es geht nicht um „alle“.
Es geht um die Tatsache, dass ein kleiner Anteil ausreicht, um eine ganze Atmosphäre zu zerstören.
Und wenn der Betreiber das erkennt und sagt:
„Wir müssen jetzt Regeln verschärfen“
dann macht er das nicht aus Spaß – sondern aus Notwendigkeit.
Der Staat zieht sich zurück – die Normalität folgt ihm
Der eigentliche Punkt ist dieser:
Früher war es Aufgabe des Staates, Sicherheit zu garantieren.
Heute müssen private Betreiber das selbst lösen.
Und das passiert nicht, weil plötzlich alle Therme-Betreiber autoritär geworden sind.
Es passiert, weil die öffentliche Ordnung nicht mehr als selbstverständlich gilt.
Und das ist ein erschreckender Satz, wenn man darüber nachdenkt.
Denn wenn Normalität nur noch dort existiert, wo es Einlassregeln wie am Flughafen gibt, dann haben wir ein Problem.
Ein riesiges Problem.
Wer schützt eigentlich die normalen Menschen?
Während man in Talkshows über Sprache, Sensibilität und Gefühle diskutiert, passiert draußen das hier:
- Frauen werden belästigt
- Familien ziehen sich zurück
- Betreiber reagieren, weil sie sonst Gäste verlieren
- das Sicherheitsempfinden sinkt
- die Öffentlichkeit wird kleiner
Und die politische Reaktion?
Meistens eine Mischung aus:
- relativieren
- beschwichtigen
- problematisieren, dass man darüber spricht
Das ist die perfekte Katastrophenformel.
Denn Sicherheit ist keine Debatte, die man einfach wegerziehen kann.
Sicherheit ist die Grundlage für Freiheit.
Wenn selbst Thermen „Grenzschutz“ spielen müssen
Man muss sich das bildlich vorstellen:
Der Staat hat Grenzen.
Der Staat hat Gesetze.
Der Staat hat Polizei.
Und am Ende ist es die Therme, die sagt:
„So, jetzt reicht’s.“
Das ist wie wenn ein Schwimmbad auf einmal mehr Autorität hat als ein Innenministerium.
Und genau so fühlt es sich auch an.
Fazit: Das ist kein Thermen-Thema – das ist Deutschland
Wenn eine Badeanstalt Männergruppen begrenzen muss, weil Belästigungen, Gewalt und Messer eine reale Gefahr darstellen, dann ist das nicht einfach „eine neue Hausordnung“.
Dann ist das ein Hinweis darauf, dass wir als Gesellschaft bereits viel zu viel aufgegeben haben.
Nicht nur ein bisschen „Sicherheit“.
Sondern das Grundgefühl, dass man sich normal bewegen kann, ohne Angst.
Und ich frage ganz direkt:
Wie viele Orte müssen noch „Einlassregeln“ verschärfen, bis endlich jemand in der Politik begreift, dass diese Zustände nicht normal sind?
Schreib mir in die Kommentare:
Findest du die Maßnahme richtig – oder ist das bereits der Punkt, an dem wir offen zugeben müssen, dass der öffentliche Raum verloren geht?
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