Anschlag auf das Stromnetz: Wenn Linksextremismus verharmlost wird

Fünf Tage.
44.500 Haushalte.
Rund 2.000 Unternehmen.

So lange waren große Teile Berlins nach einem Brandanschlag auf das Stromnetz ohne verlässliche Versorgung. Was für die Betroffenen konkret bedeutete: Kälte, Unsicherheit, Stillstand. Und doch begann unmittelbar nach der Tat nicht nur die kriminalistische, sondern vor allem eine politische Relativierungsdebatte.

„Nichts an diesem Anschlag ist links“?

Die Vorsitzende der Linksfraktion, Heidi Reichinnek, erklärte öffentlich, es sei nicht geklärt, ob Linksextremisten hinter der Tat steckten. Wörtlich sagte sie:
„Nichts an diesem Anschlag ist links“, denn links bedeute, das Leben der Menschen besser zu machen.

Diese Aussage ist bemerkenswert – und sie ist irreführend.

Denn sie definiert „links“ nicht anhand realer politischer Praxis oder historischer Erfahrung, sondern anhand eines Selbstbildes, das mit der Wirklichkeit extremistischer Gewalt nichts zu tun hat.

Brandstiftung an Infrastruktur: ein bekanntes Muster

Sabotage an Strom-, Verkehrs- und Versorgungsanlagen ist kein neues Phänomen. Sie ist ein klassisches Mittel linksextremer Gruppen, seit Jahrzehnten dokumentiert.

Bahnstrecken wurden lahmgelegt, Kabelschächte angezündet, Verteilerkästen zerstört – immer mit dem Ziel, Druck zu erzeugen, Aufmerksamkeit zu erzwingen und gesellschaftliche Abläufe zu stören. Besonders häufig traf es genau jene Bereiche, die viele Menschen gleichzeitig betreffen.

Ob bei G20, im Umfeld militanter Klimagruppen oder bei Aktionen gegen politische Veranstaltungen:
Infrastrukturangriffe sind Teil des linksextremen Repertoires.

Behörden sprechen von Linksextremismus

Während politisch relativiert wird, sind die Einschätzungen der Sicherheitsbehörden deutlich. Berliner Polizei, Innenverwaltung und Senat stuften das erste Bekennerschreiben als authentisch ein. Weitere Schreiben deuten nicht auf Unklarheit, sondern auf interne Rechtfertigungsdebatten innerhalb der Szene hin.

Auch die Berliner Innensenatorin sprach offen von Linksextremismus.

Das ist kein Vorverurteilungsreflex – es ist die Bewertung auf Grundlage von Erkenntnissen.

Wegsehen als politische Strategie?

Parallel dazu wurde aus dem politischen Raum gefordert, den Fokus nicht auf Täter und Ermittlungen zu legen, sondern auf Katastrophenschutz. Natürlich ist Katastrophenschutz wichtig. Aber er ist kein Ersatz für Täterbenennung.

Wer Ursachen verschweigt, verhindert keine Wiederholung.
Wer Ideologie schützt, schützt nicht die Bevölkerung.

Terror bleibt Terror – egal aus welcher Richtung

Wer gezielt Stromversorgung angreift, um politische Ziele durchzusetzen, nimmt Leid billigend in Kauf.
Wer zehntausende Menschen trifft, um ein „Zeichen“ zu setzen, handelt extremistisch.

Das gilt unabhängig davon, ob sich Täter „links“, „progressiv“ oder „moralisch überlegen“ nennen.

Die Wahrheit ist unbequem, aber klar:
An diesem Anschlag ist nichts unpolitisch.
Und es ist nichts daran, das nicht in ein bekanntes linksextremes Muster passt.

Das auszusprechen ist keine Hetze.
Es ist notwendige Ehrlichkeit.


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Marla Svenja Liebich ist Autorin und Herausgeberin von Marlas Army.
Auf Marlas Army veröffentlicht sie Analysen, Kommentare und persönliche Berichte zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland.
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