Dr. Quacksalber – Wie Altparteien sich Titel, Macht und Karrieren erschleichen

Ein Doktortitel als Eintrittskarte zur Macht

Der Fall Mario Voigt ist mehr als eine persönliche Niederlage.
Er ist ein Lehrstück darüber, wie Karrieren in den Altparteien funktionieren.

Die Technische Universität Chemnitz hat entschieden:
Der CDU-Politiker darf seinen Doktortitel nicht mehr führen.

Grundlage ist ein Untersuchungsverfahren wegen wissenschaftlicher Mängel.
Voigt wehrt sich juristisch.
Er spricht von Unfairness.
Von neuen Regeln mitten im Verfahren.
Von politischer Motivation.

All das mag juristisch noch geklärt werden.

Politisch aber ist der Kern längst offen sichtbar.


Der Doktortitel ist kein Schmuck – er ist ein Karrieremotor

In der politischen Klasse Deutschlands ist der Doktortitel kein akademisches Detail.
Er ist ein Machtinstrument.

„Dr.“ vor dem Namen bedeutet:

  • mehr Autorität
  • mehr Glaubwürdigkeit
  • mehr Chancen auf sichere Listenplätze

Gerade in den Altparteien gilt:
Wer Titel trägt, gilt als geeignet.
Nicht zwingend als fähig – aber als vorzeigbar.

Ohne diesen Titel wären viele nie:

  • in Landesvorständen gelandet
  • auf vorderen Listenplätzen aufgestellt worden
  • in Parlamente eingezogen

Der Titel öffnet Türen.
Und genau deshalb ist sein Missbrauch so gravierend.


Abschreiben, wegsehen, durchwinken – ein bekanntes Muster

Der Vorwurf im Fall Voigt:
Quellen wurden nicht im Original geprüft, sondern aus Sekundärliteratur übernommen.

Das ist kein Einzelfall.
Das ist ein System.

Immer wieder sehen wir:

  • unsaubere Zitierweisen
  • blindes Abschreiben
  • formale Arbeiten ohne echte Eigenleistung

Und dennoch werden diese Arbeiten akzeptiert.
Durchgewunken.
Abgenickt.

Warum?

Weil es politisch bequemer ist,
einen künftigen Funktionär mit Titel auszustatten,
als ihm zu sagen: Das reicht nicht.


Wenn der Titel fällt, fällt die ganze Geschichte

Das eigentliche Problem beginnt nicht bei der Aberkennung.
Sondern bei der Frage, was danach folgt.

Denn wenn ein Titel nachträglich als erschlichen gilt,
dann war er auch vorher schon unrechtmäßig.

Und dann stellt sich eine unbequeme Frage:

Was ist mit all den Karriereschritten,
die nur wegen dieses Titels möglich wurden?

Was ist mit:

  • Mandaten
  • Diäten
  • Bezügen
  • Machtpositionen

Alles basierend auf einem akademischen Etikett,
das es so nie hätte geben dürfen.


Konsequenzen? Fehlanzeige

Derzeit gilt unausgesprochen:
Titel weg – Karriere bleibt.

Das ist absurd.

Denn damit lautet die Botschaft:
Betrug lohnt sich.
Selbst wenn er auffliegt.

Wer jahrelang von einem erschlichenen Titel profitiert hat,
hat auch jahrelang Vorteile kassiert,
die ihm ohne diesen Titel verwehrt geblieben wären.

Die logische Konsequenz wäre klar:

  • Titel aberkennen
  • politische Verantwortung prüfen
  • finanzielle Vorteile hinterfragen

Doch genau das passiert nicht.


Fazit: Es geht nicht um Häme – es geht um Fairness

Der Fall Mario Voigt ist kein persönlicher Feldzug.
Er ist ein Symptom.

Ein Symptom für ein System,
in dem Ansehen wichtiger ist als Leistung.
In dem Titel mehr zählen als Substanz.
Und in dem Konsequenzen ausbleiben.

Ein Staat, der sich von Fassade regieren lässt,
statt von Leistung,
verliert seine Glaubwürdigkeit.

Und genau deshalb darf dieser Fall
nicht einfach als „Uni-Streit“ abgeheftet werden.

Er ist ein politischer Offenbarungseid.


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Marla Svenja Liebich ist Autorin und Herausgeberin von Marlas Army.
Auf Marlas Army veröffentlicht sie Analysen, Kommentare und persönliche Berichte zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland.
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