Heute ist der Tag 177 meines Exils.
Exil 177.
Neunzehnhundertsiebenundsiebzig.
Das Jahr steht im Zeichen eines erschütterten Westdeutschlands. Der sogenannte Deutsche Herbst prägt die Bundesrepublik mit Entführungen, Attentaten und einer angespannten Sicherheitslage. Die Entführung Hanns Martin Schleyers, die Flugzeugentführung der Lufthansa Maschine Landshut und die Ereignisse in Stammheim zeigen, wie ein innerstaatlicher Konflikt internationale Dimensionen annimmt.
Die Bundesregierung reagiert mit verschärften Sicherheitsgesetzen und enger Zusammenarbeit mit befreundeten Staaten. Gleichzeitig bleibt die Ostpolitik bestehen, getragen vom Bemühen um Stabilität im geteilten Deutschland. Die DDR beobachtet die Entwicklungen aufmerksam, während der Grundlagenvertrag weiter den Rahmen des innerdeutschen Verhältnisses bestimmt.
International verschiebt sich das Machtgefüge des Kalten Krieges nur langsam, aber spürbar. In den USA tritt Jimmy Carter sein Amt an und setzt auf Menschenrechte als Leitmotiv, während die Sowjetunion ihre Einflusssphäre sichert. In Afrika eskaliert der Ogadenkrieg zwischen Somalia und Äthiopien, unterstützt von wechselnden Großmachtinteressen.
Auch kulturell markiert 1977 eine Zäsur. Der Tod von Elvis Presley bewegt Millionen, während mit Star Wars ein neues Kapitel populärer Erzählungen beginnt. Technik, Politik und Gesellschaft stehen zugleich unter Spannung.
Dieses Jahr zeigt, dass innere Radikalisierung, geopolitische Rivalität und gesellschaftlicher Wandel ineinandergreifen. Sicherheit entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern im Zusammenspiel von Freiheit und Ordnung.
Exil 177.
Und zwischen Angst und Aufbruch sucht eine Generation ihren Halt.
Exil-Chronik
Alle bisherigen (ab 130 – die vorherigen sind auf X/Twitter) und fortlaufenden Einträge meiner Exil-Chronik sind hier gesammelt dokumentiert:
👉 https://marlas.army/exil-chronik/


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