Dieses Video ist ein Interview von 2016.
Also: fast zehn Jahre alt.
Und trotzdem wirkt es heute nicht wie „alt“.
Es wirkt wie ein Dokument aus einer Zeit, in der man schon alles sehen konnte – aber vieles nicht sehen wollte.
Warum werde ich im Video mit einem männlichen Namen angesprochen?
Ganz einfach:
Damals habe ich in einer Rolle gesprochen, in der ich als „männlicher Flüchtlingshelfer“ aufgetreten bin.
Nicht als Gag.
Nicht als Theater.
Nicht als Provokation.
Sondern weil ich damals eine Befürchtung hatte, die sich in solchen Milieus schnell bestätigt:
Männer werden ernster genommen.
Frauen werden schneller abgewertet.
Wer in bestimmten politischen Szenen als Frau zu klar spricht, zu direkt ist, zu unangepasst denkt, der bekommt oft nicht Argumente zurück – sondern Reaktionen.
Emotionen. Moralkeulen. Schubladen.
Ich wollte damals, dass man mir in der Sache zuhört.
2016 war nicht „Prophezeiung“ – es war Gegenwart
Dieses Interview entstand nach der Kölner Silvesternacht 2015/2016.
Und was danach folgte, war nicht nur Debatte.
Es war auch eine kollektive Verdrängung:
Nicht Täter wurden optimiert – sondern oft das Verhalten der Opfer.
Und genau das ist ein Punkt, der mich bis heute wütend macht:
Wenn Politik und Öffentlichkeit anfangen, Frauen einzureden, sie müssten nur „besser aufpassen“, „anders auftreten“, „richtig reagieren“ – dann ist das keine Lösung.
Dann ist das Kapitulation.
Warum ich dieses Video heute nochmal zeige
Nicht weil ich glaube, ich hätte damals „alles gewusst“.
Sondern weil dieses Interview zeigt, wie Gespräche liefen:
- welche Erwartungen in solchen Kreisen herrschen
- wie schnell du in Rollen gedrückt wirst
- und wie wenig Platz echte Widersprüche bekommen
Fast zehn Jahre später bin ich nicht „milder“ geworden.
Ich bin nur klarer.
Eure Meinung
Schreibt mir in die Kommentare:
Was hat euch am meisten irritiert –
der Ton, die Ideologie, der Umgang mit Frauen… oder dieses typische „wir regeln das mit Moral“?
Ich lese mit.
—
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