Wenn Strom nichts wert ist – aber Milliarden kostet

Person mit Hut und Brille vor verrotteten Windrädern, zerhagelten Solarfeldern und toten Vögeln – dystopisches Symbolbild zum Thema Phantomstrom und Subventionen

2025 wurden laut Netzabrechnungen 16,5 Milliarden Euro an Subventionen ausgezahlt.

Und das, obwohl:

  • Strom ins Ausland gedrückt wurde
  • Anlagen wegen Netzüberlastung abgeregelt wurden
  • Überschüsse keinen realen Bedarf hatten

Besonders brisant:
Selbst wenn Anlagen abgeschaltet werden müssen, erhalten Betreiber bis zu 95 Prozent der Vergütung weiter.

Das heißt:

Es wird gezahlt.
Auch wenn nichts produziert wird.

Das Risiko trägt nicht der Investor.
Das Risiko trägt die Gesellschaft.


Die Schizophrenie des Systems

Das Absurde:

Mittags Stromüberschuss.
Abends teure Importe.

Wenn Sonne und Wind ausfallen, kippt das System.
Dann steigen Preise auf 20, 30 oder 40 Cent pro Kilowattstunde.

Deutschland importiert.
Und zahlt Höchstpreise.

Wir haben also:

  • wertlosen Überschuss
  • geförderten Leer-Strom
  • und gleichzeitig teure Knappheit

Das ist kein Markt.
Das ist ein politisch konstruiertes Paradoxon.


Wer bezahlt das alles?

Nicht „der Staat“.

Sondern:

  • Mieter über höhere Nebenkosten
  • Autofahrer über CO₂-Preis und Kraftstoff
  • Betriebe über Strom- und Energiekosten
  • Industrie über Standortnachteile

Es ist eine Umverteilung.

Von unten nach oben.
Von Verbrauchern zu Kapitalinvestoren.


Politischer Streit – aber keine Lösung

Vorschläge zur Reform liegen auf dem Tisch.

Doch kaum werden sie ausgesprochen, folgt Widerstand.

Aus Teilen der SPD und der Grünen kommt sofort die Warnung:
Reformen würden den Ausbau gefährden.

Die Kritik lautet:

Wer an der Einspeisegarantie rührt, greift die Energiewende an.

Doch die eigentliche Frage ist eine andere:

Wie lange kann sich ein Industrieland ein System leisten, das Milliarden für Überschüsse zahlt – während es gleichzeitig unter Stromknappheit leidet?


Atomkraft, Kohle, Fracking – das Tabu kehrt zurück

Die Kostenexplosion verändert die Debatte.

Plötzlich stehen Themen wieder im Raum, die politisch als erledigt galten:

  • Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken
  • Aufhebung des Fracking-Verbots
  • Neubewertung der Kernenergie

Selbst führende Politiker sprechen inzwischen von strategischen Fehlern.

Doch Worte allein ändern nichts.

Denn solange das Grundproblem bleibt –
eine volatile Einspeisung ohne ausreichende Speicher- und Netzstruktur –
wird das System weiter Milliarden verschlingen.


Die eigentliche Systemfrage

Es geht nicht um Wind oder Sonne.

Es geht um Struktur.

Ein Energiesystem braucht:

  • Planbarkeit
  • Grundlastfähigkeit
  • Netzstabilität
  • wirtschaftliche Tragfähigkeit

Wenn Subventionen zum Dauerzustand werden,
ist das kein Markt mehr –
sondern eine politische Dauerfinanzierung.

Und jede Dauerfinanzierung endet irgendwann in Verteilungskämpfen.


Was jetzt passieren müsste

Eine ehrliche Debatte.

Keine ideologische.
Keine moralische.
Eine ökonomische.

Fragen, die beantwortet werden müssen:

  • Warum wird Überproduktion weiterhin voll vergütet?
  • Warum tragen Investoren kaum Marktrisiko?
  • Warum fehlt ein Anreiz für Speicher statt für reine Einspeisung?
  • Warum zahlt der Verbraucher für Systemfehler?

Solange diese Fragen nicht gestellt werden,
werden jedes Jahr neue Milliarden fällig.


Fazit: Die Rechnung kommt immer

„Wind und Sonne schicken keine Rechnung“ – dieser Satz war politisch bequem.

2025 zeigt:
Doch. Sie schicken eine.

Und sie ist teuer.

16,5 Milliarden Euro sind kein Betriebsunfall.
Sie sind ein Symptom.

Ein Symptom für ein Fördersystem, das Mengen belohnt –
aber Bedarf ignoriert.

Wenn Deutschland industriell wettbewerbsfähig bleiben will,
muss es diese Struktur korrigieren.

Nicht irgendwann.
Jetzt.


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Marla Svenja Liebich ist Autorin und Herausgeberin von Marlas Army.
Auf Marlas Army veröffentlicht sie Analysen, Kommentare und persönliche Berichte zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland.
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