Katzenalbum #05 – Handwerk, Alltag und symbolische Arbeit

Dieses Videostatement ergänzt den Textbeitrag „Katzenalbum #05 – Die Weber: Das Leichentuch der BRD“ und dokumentiert eine Arbeitssituation, die bewusst handwerklich und entschleunigt angelegt ist. Im Mittelpunkt steht eine Tätigkeit, die Zeit, Aufmerksamkeit und körperliche Präsenz erfordert und sich deutlich von digitalen oder beschleunigten Arbeitsformen unterscheidet.

Gezeigt wird ein Vormittag, an dem die notwendigen Versorgungsaufgaben bereits erledigt sind. Der Stall ist ruhig, die Abläufe abgeschlossen, sodass Raum für konzentrierte Arbeit entsteht. Der Webstuhl bildet dabei den zentralen Gegenstand. Er wird nicht als dekoratives Element genutzt, sondern als funktionales Werkzeug, das klare Handgriffe und einen gleichmäßigen Rhythmus verlangt. Die Arbeit daran folgt festen Abläufen, bei denen Fehler sichtbar werden und Korrekturen Zeit kosten.

Das Videostatement ordnet diese Tätigkeit in einen größeren Zusammenhang ein. Handwerk wird hier nicht romantisiert, sondern als Form kontinuierlicher Arbeit gezeigt, die weder spektakulär noch beiläufig ist. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf, Unterbrechungen sind möglich, verändern aber den Prozess. Genau diese Linearität macht die Arbeit überprüfbar und nachvollziehbar.

Die Anwesenheit der Katzen wird als Teil der Umgebung beschrieben. Sie beobachten, bewegen sich im Raum und reagieren auf Geräusche, ohne aktiv in den Arbeitsprozess einzugreifen. Ihre Präsenz strukturiert den Raum, ohne ihn zu dominieren. Das Video bleibt dabei bei der Beschreibung des Beobachtbaren und verzichtet auf symbolische Zuschreibungen.

Inhaltlich greift das Videostatement den Gedanken auf, dass handwerkliche Arbeit auch eine Form der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Zuständen sein kann. Das Gewebe selbst wird als Bild verstanden, nicht als politisches Programm. Es geht um Darstellung, nicht um Handlungsvorgaben. Die Arbeit wird fortgeführt, unabhängig davon, wie sie interpretiert wird.

Der Raum, die Wärme des Ofens und die ruhige Umgebung bilden den Rahmen für diese Tätigkeit. Geräusche und Bewegungen bleiben reduziert, wodurch der Arbeitsprozess im Vordergrund steht. Das Videostatement dokumentiert diesen Zustand ohne Zuspitzung oder Wertung.

Abschließend hält das Video fest, dass kontinuierliche Arbeit auch dann stattfindet, wenn äußere Entwicklungen als unübersichtlich wahrgenommen werden. Der Fokus liegt auf dem Tun selbst. Das Videostatement versteht sich als sachliche Ergänzung zum Text und zeigt einen Abschnitt, in dem Arbeit, Umgebung und Zeit in einem klaren Verhältnis zueinander stehen.

Zum vollständigen Textbeitrag: Katzenalbum #05 – Die Weber: Das Leichentuch der BRD

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