W – Europas neue Social-Media-Plattform und die unbequeme Frage nach dem Preis

„Etwas ist kaputt. Wir trauen nicht mehr dem, was wir online sehen.“

Mit diesem Satz beginnt das Imagevideo einer neuen europäischen Social-Media-Plattform namens W, vorgestellt auf dem World Economic Forum in Davos.
Dunkler Raum. Dramatische Musik. Star-Wars-Ästhetik.
Gut gegen Böse. Wahrheit gegen Lüge.

Die Botschaft ist klar:
Das Internet ist außer Kontrolle – und Europa greift ein.

Doch hinter all den großen Worten steht eine Frage, die auffällig ausgeblendet wird:
Was kostet dieses Projekt – und wer bezahlt es?


W steht für Werte. Und für Macht.

Die Plattform wird als europäische Antwort auf X verkauft.
Gegen „Desinformation“.
Für „positive, respektvolle Kommunikation“.

Die CEO Anna Zeiter erklärt den Namen so:
W stehe für „We“ – wir.
Und für zwei V: Values und Verified.

Inhalte sollen also nicht nur überprüft,
sondern auch an bestimmte Werte angepasst werden.

Das klingt harmlos.
Ist es aber nicht.

Denn Werte sind nie neutral.
Sie sind immer politisch.


Kein Start-up, sondern ein Elitenprojekt

W ist keine spontane Idee junger Entwickler in einer Garage.
Die Plattform ist eine Tochter der schwedischen Klima-Aktivismus-Plattform
We Don’t Have Time.

Auch ein Großteil der Startfinanzierung stammt aus diesem Umfeld.

Der Firmensitz soll in Schweden liegen,
mit Büros in Berlin, Paris und London.

Im Vorstand sitzen ehemalige Minister, politische Schwergewichte,
darunter der frühere deutsche Vizekanzler Philipp Rösler
sowie die Club-of-Rome-Vorsitzende Sandrine Dixson-Declève.

Das ist kein Graswurzel-Netzwerk.
Das ist ein Projekt der politischen und ideologischen Elite.


Die Kostenfrage – und das große Schweigen

Offiziell wird nicht kommuniziert,
wie viel Geld bereits in W geflossen ist.

Aber jeder, der auch nur grob versteht,
was es bedeutet, eine globale Social-Media-Plattform aufzubauen, weiß:

✔ Entwicklung einer skalierbaren Infrastruktur
✔ Server ausschließlich in Europa
✔ Identitätsprüfung aller Nutzer
✔ Moderation, Verifikation, Gremien
✔ Marketing, Events, Davos-Launch

Das ist kein Millionenprojekt.
Das ist ein Hunderte-Millionen-Euro-Projekt.

Und hier wird es politisch brisant.

Denn parallel fordern EU-Abgeordnete offen,
die EU-Kommission solle X verlassen
und europäische Alternativen aktiv finanziell fördern.

Mit anderen Worten:
Steuergeld.


Wer zahlt am Ende?

Die EU hat kein eigenes Geld.
Sie verteilt Geld, das aus den Mitgliedsstaaten kommt.

Und der größte Nettosteuerzahler der EU ist seit Jahren
Deutschland.

Das bedeutet ganz konkret:
Wenn Brüssel W fördert,
wenn europäische Institutionen diese Plattform aufbauen und pushen,
dann bezahlt das zu einem erheblichen Teil
der deutsche Nettosteuerzahler.

Nicht freiwillig.
Nicht transparent.
Nicht mit echter Mitsprache.


Keine Anonymität – kein Widerspruch?

Ein weiteres Kernversprechen von W:
Keine Bots.
Keine Fake-Accounts.
Keine Anonymität.

Alle Nutzer sollen sich als echte Menschen identifizieren.

Wie genau diese Identifizierung funktioniert,
ist bislang offen.

Aber klar ist:
Wer widerspricht,
wer provoziert,
wer gegen die „Werte“ argumentiert,
tut das nicht mehr anonym.

In Kombination mit politischer Verifikation
entsteht kein freier Debattenraum,
sondern ein gelenkter Diskursraum.


Fazit: Kontrolle ist kein Vertrauen

Ja, das Internet ist chaotisch.
Ja, es gibt Desinformation.

Aber die Antwort darauf kann nicht sein,
Wahrheit durch Gremien festzulegen
und Plattformen mit Steuergeld zu bauen,
die politisch genehmigte Kommunikation fördern.

Vertrauen entsteht nicht durch Kontrolle.
Vertrauen entsteht durch offene Auseinandersetzung.

Und genau diese Offenheit steht mit Projekten wie W auf dem Spiel.

Teile diesen Artikel.
Leite ihn weiter.
Und folge Marlas Army für Inhalte,
die nicht durch Werte-Gremien gefiltert sind.


📚 Weiterdenken – Partnerlinks

(Affiliate-Hinweis: Die folgenden Links sind Partnerlinks. Wenn du über sie einkaufst, unterstützt du Marlas.Army, ohne dass dir Mehrkosten entstehen.)

1. Hannah Arendt – Macht und Gewalt
Analyse der Mechanismen politischer Kontrolle und öffentlicher Angst.
👉 https://amzn.to/3NDc0c8

2. George Orwell – 1984
Der Klassiker über Sprachkontrolle, Wahrheit und Überwachung.
👉 https://amzn.to/4bsO0SZ

3. Timothy Snyder – Über Tyrannei
20 Lektionen darüber, wie Demokratien sterben.
👉 https://amzn.to/3NcdiuI

Marla Svenja Liebich ist Autorin und Herausgeberin von Marlas Army.
Auf Marlas Army veröffentlicht sie Analysen, Kommentare und persönliche Berichte zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland.
Teilen: X · Telegram · WhatsApp · Facebook

Kommentar verfassen