Dieses Video stammt aus dem Jahr 2015.
Ich veröffentliche es heute erneut, weil sein Inhalt nicht vergangen ist – sondern verdrängt wurde.
2014: Frieden ohne Lagergrenzen
Im Jahr 2014, nach Beginn des Ukraine-Konflikts, der Ereignisse um den Maidan, der sogenannten „Orangenen Revolution“, den Massakern im Donbass und dem Brand des Gewerkschaftshauses in Odessa, entstanden in Berlin die Montagsdemonstrationen für den Frieden.
Diese Demonstrationen waren zu Beginn offen.
Menschen aus allen politischen Spektren kamen zusammen, nicht vereint durch Ideologie, sondern durch ein gemeinsames Anliegen: Frieden.
Es gab keine Parteifahnen, keine festen Lager, keine vorgeschriebenen Haltungen.
Genau das machte diese Bewegung so ungewöhnlich – und so angreifbar.
Innerhalb kurzer Zeit breiteten sich diese Friedensdemonstrationen auf über 140 Städte aus.
Halle: Teilnahme und erste Anfeindungen
Auch in Halle beteiligten wir uns – auf mein Anraten hin.
Noch bevor wir praktisch aktiv wurden, begann die öffentliche Stigmatisierung.
Die Demonstrationen wurden früh als
„rechts unterwandert“,
„Aluhut-Veranstaltungen“
oder „Querfront“ diffamiert.
Diese Vorwürfe kamen nicht aus der Bewegung selbst, sondern von außen:
von Teilen der Antifa – und von einer institutionalisierten Friedensszene, die zwar von sich behauptete, sich für Frieden einzusetzen, sich aber faktisch nicht beteiligte.
Ich nenne diese Strukturen bewusst eine Vereins- oder NGO-Mafia:
Organisationen, die mit staatlichen Mitteln arbeiten, Deutungshoheit beanspruchen – und gleichzeitig echte, unkontrollierbare Friedensbewegungen bekämpfen.
Kontinuität statt Aktionismus
Trotz – oder gerade wegen – dieser Anfeindungen habe ich das Thema weitergeführt.
Die Friedensdemonstration wurde in Halle über Jahre hinweg fortgesetzt.
Um organisatorischen Aufwand zu reduzieren, meldete ich sie langfristig an – bis 2067.
Nicht als symbolische Geste, sondern als Ausdruck von Beharrlichkeit.
Frieden ist kein Event.
Frieden ist eine Haltung.
2015: Das Gespräch auf der Rathausstreppe
Im Jahr 2015 sprach ich auf der Treppe am Markt in Halle mit Frank Geppert.
Das Gespräch ist in dem hier eingebetteten Video dokumentiert.
Wir sprechen dort über:
- Frieden, jenseits von Schlagworten
- Vereins- und Machtstrukturen, die Bewegungen vereinnahmen oder zerstören
- politische Guerilla-Aktionen als Form des Protests
- Aktionskunst als Mittel, Inhalte sichtbar zu machen
Ich habe damals bewusst in einer Männerrolle gesprochen.
Nicht aus Provokation, nicht als Maskerade – sondern als künstlerisches Mittel, um gehört zu werden.
Das war Aktionskunst.
Aber es war keine Fiktion.
Warum dieses Video heute wichtig ist
Viele der Mechanismen, über die wir damals gesprochen haben, sind heute offenkundig:
- Protest wird delegitimiert
- Frieden wird rhetorisch vereinnahmt
- unabhängige Bewegungen werden diffamiert
- institutionelle Akteure sichern ihre Deutungshoheit
Dieses Video ist kein Beweisstück.
Es ist ein Zeitdokument.
Ich stelle es hier erneut zur Verfügung, nicht aus Nostalgie, sondern zur Einordnung.
Hört es euch an.
Nicht, um mir zuzustimmen – sondern um selbst zu prüfen, was davon heute Wirklichkeit geworden ist.
📚 Buchempfehlungen zum Thema (Affiliate)
(Werbung – diese Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber kaufst, unterstützt du MarlasArmy ohne Mehrkosten für dich.)
📘 The True Believer: Thoughts on the Nature of Mass Movements
Dieses Buch ist ein Klassiker darüber, wie und warum Massenbewegungen entstehen — von politischen Bewegungen bis zu sozialen Erwartungshaltungen. Hoffer analysiert, wie Menschen sich kollektiven Zielen anschließen, aber auch wie Bewegungen sich selbst transformieren oder instrumentalisieren lassen.


Kommentar verfassen